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Die gesetzliche Rente bietet nicht genügend Sicherheit. Deshalb wird die gesetzliche Rente idealerweise durch betriebliche Altersversorgung und private Altersvorsorge ergänzt.

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10.2.2015

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Wir werden länger leben als gedacht

Stundenglas

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, wie alt Sie werden? „Ich nicht. Und wenn ich jetzt schätzen soll, würde ich 76 tippen“, sagt die 20-jährige Melanie. 

 

Holger (48) schließt sich an: „Mitte Siebzig würde mir völlig reichen. Wer weiß, ob die Gesundheit mitspielt!“ Matthias (40) glaubt, dass bei 65 Schluss ist: „Mein Vater und mein Großvater sind auch nicht älter geworden.“ Judith (38) rechnet hingegen mit einem deutlich höheren Alter: „In unserer Familie wurden alle alt – ich glaube, 90 sind drin!“ Und tatsächlich ist die Chance recht groß, dass wir alle ziemlich alt werden.

 

Um herauszufinden, wie sich die Deutschen bezüglich ihrer Lebenserwartung selbst einschätzen, haben wir eine Umfrage in Auftrag gegeben. Rund 1.000 Frauen und Männer im Alter von 16 bis 70 Jahren haben dem Marktforschungsunternehmen Ipsos die Frage beantwortet: „Was schätzen Sie aus heutiger Sicht, wie alt Sie wohl in etwa werden?“ Das Ergebnis überrascht: Die meisten unterschätzen ihre Lebenserwartung erheblich.

 

Wir leben immer länger

 

Weniger als 20 Prozent der Bundesbürger rechnen damit, 90 Jahre und älter zu werden – egal, ob Mann oder Frau und egal, wie alt sie sind. Doch diese Einschätzung ist viel zu pessimistisch: Zwischen 55 und 70 Prozent werden voraussichtlich dieses hohe Alter erreichen. Das haben Versicherungsmathematiker errechnet, die sich mit der durchschnittlichen Lebenserwartung der privat Rentenversicherten beschäftigen. Was Politikern und Forschern schon lange klar ist, beziehen wir offenbar kaum auf uns selbst: Wir leben immer länger. Nicht nur in Deutschland, auch in den OECD-Staaten hat sich die Lebenserwartung um zehn Jahre in den vergangenen 50 Jahren erhöht.

 

Grafik Lebenserwartung

 

„Das ist erst mal eine tolle Nachricht“, sagt Johannes Lörper, Mitglied des Vorstands der ERGO Lebensversicherung und verantwortlich für den Bereich Versicherungsmathematik. „Die Menschen können sich freuen, dass sie heute fast doppelt so lange leben wie im 19. Jahrhundert.“

 

Ein Leben lang Rente – egal, wie alt man wird

 

Seltsam klingt es allerdings für viele Laien, wenn die Experten im gleichen Zusammenhang von einem „Langlebigkeitsrisiko“ sprechen. Doch das hat gute Gründe: Lebensversicherer müssen sicherstellen, dass sie ihren Kunden die Rente wirklich ein Leben lang zahlen können. „Vorsichtige Kalkulation ist das oberste Gebot bei der Altersvorsorge“, sagt Lörper. „Der Kunde verlässt sich darauf, dass er die zugesagte Rente auf jeden Fall bekommt, selbst wenn er 110 Jahre oder älter wird.“ Das ist die wesentliche Leistung der Lebensversicherung, die weder Investmentfonds noch Sparpläne bieten können. Der Versicherer übernimmt dagegen das finanzielle Langlebigkeitsrisiko. Und deswegen müssen die Mathematiker auch berücksichtigen, dass sich der Trend zum längeren Leben fortsetzen kann.

 

Wer soll das bezahlen?

 

Denn bei aller Freude über die vielen Lebensjahre, bleibt natürlich eine Frage: Wer soll das bezahlen? Die gesetzliche Rente wird bei Vielen kaum noch für einen angemessenen Lebensstandard reichen. Sie sinkt bis zum Jahr 2030 auf rund 44 Prozent des Bruttolohns – vor Steuern. Daran wird sich wohl kaum etwas ändern, weil es in Zukunft weniger Beitragszahler gibt. Eine private Zusatzrente oder eine betriebliche Altersversorgung wird daher für uns immer wichtiger.

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