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31.1.2017

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Sind unsere Krankenhäuser kranke Häuser?

Wie vertragen sich Politik, Ökonomie und Medizin? Über dieses Thema diskutierten die Top-Experten der DKV mit Führungskräften aus dem Gesundheitswesen und von ERGO bei ihrer Gesamttagung 2017 am Mitte Januar in Potsdam.

 

Ingo Behnel, Leiter der Zentralabteilung, Europa und Internationales im Bundesgesundheitsministerium, beleuchtet eingangs die deutsche Gesundheitspolitik im europäischen Spannungsfeld.

 

Behnel erläuterte, dass jeder Mitgliedstaat der EU die Verantwortung für seine Gesundheitspolitik behält und daher sein Gesundheitswesen und die medizinische Versorgung für seine Bevölkerung primär in Eigenregie organisiere (vgl. Artikel 168 (7) AEUV http://www.aeuv.de/).

 

Das heißt, dass nationale Vorgaben und Normen die konkrete Gestaltung des deutschen Gesundheitssystems bestimmen – etwa bei der Nutzenbewertung neuer Arzneimittel, die in Deutschland auf den Markt kommen. Im europäischen Vergleich könne sich Deutschland hinsichtlich der Versorgungsqualität sehr gut sehen lassen.

 

Deutschlands Versorgungsqualität im EU-Vergleich

 

Allerdings ist Deutschland auch EU-Spitzenreiter in Sachen Krankenhausbetten. So stehen durchschnittlich 822 Krankenhausbetten für je 100.000 Einwohner bereit. Zwar sinken europaweit die Bettenkapazitäten, da die Verweildauer der Patienten sinkt und Behandlungsmethoden effektiver werden. Deutschland hat aber immer noch mit Abstand das dichteste Versorgungsnetz. Und steigende Kosten für Krankenhausaufenthalte: von 2014 auf 2015 stiegen die Kosten um 3,8 Prozent auf 84,2 Milliarden Euro. 

 

Sind unsere Krankenhäuser kranke Häuser?

 

DKV Top-ExpertentagungViele der über 2000 Krankenhäuser in Deutschland schreiben rote Zahlen. Über die Frage, woran das liegt, wurde anschließend intensiv diskutiert.

 

Dazu trafen mit Rüdiger Strehl und Dr. med. Andreas Tecklenburg (von links; rechts der Gastgeber und Moderator Dr. Wolfgang Reuter von ERGO) zwei Klinikinsider aufeinander: Der erste war jahrzehntelang kaufmännischer Direktor an der Uniklinik Tübingen, letzterer ist aktuell Vorstand Krankenversorgung an der Medizinischen Hochschule in Hannover.  

 

Beide verbindet die Suche nach der richtigen und vernünftigen Balance zwischen Medizin und Ökonomie. Problematisch sehen beide Leerkapazitäten in Kliniken. Eine chronische Unterbelegung von unter 80 Prozent sei ebenso kritisch wie die Schaffung von zahlreichen unproduktiven Stellen in Krankenhäusern – als Beispiele wurden PR- und Marketing-Abteilungen genannt. Eine Reduzierung von Krankenhäusern scheine unausweichlich.

 

Überblick über medizinische Fortschritte und Versorgungsmöglichkeiten

 

Die DKV veranstaltet die Top-Experten-Tagung einmal im Jahr, um einen Überblick über die medizinischen Fortschritte und Versorgungsmöglichkeiten in der Medizin allgemein und besonders im Krankenhaus zu erhalten. Die DKV-Top-Experten sind anerkannte und renommierte Spezialisten ihrer jeweiligen Fachrichtung (https://www.dkv.com/gesundheit-organisation-schnell-zum-spezialisten-15881.html). „Diese Tagung ist für uns jedes Mal wertvoll“, sagt Uwe Schnödewind, Bereichsleiter bei der DKV.

 

„Die privaten Krankenversicherungen mussten für ihre Versicherten 2015 gut fünf Prozent höhere Ausgaben für stationäre Leistungen im Vergleich zu 2014 stemmen. Wir als ERGO und DKV möchten natürlich, dass unsere Versicherten exzellent medizinisch versorgt werden. Aber wir haben auch die Aufgabe, die Beiträge für unsere Versicherten nicht ausufern zu lassen“, erläutert Schnödewind. „Deswegen diskutieren wir mit unseren klinisch tätigen Top-Experten zum wirksamen und möglichst sparsamen Mitteleinsatz.“ 

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1 Kommentare

Da es um die eigene Gesundheit bzw. "Zerbrechlichkeit" geht, beschäftigt sich keiner "freiwillig" mit dem Thema Krankenhaus bzw. stationäre Behandlung. Durch die damit verbundene Distanz wird dieser Gesundheitssektor faktisch den Spezialisten bzw. den partikulären Interessenvertretern -allerdings mit einer zu großen Abstand zu betroffenen menschen- überlassen. Es sei den Einzelfälle stehen mal wieder in der Zeitung mit den großen Buchstaben.

Betroffene Patienten haben allerdings immer öfters in Kliniken das Gefühl, nur noch eine Nummer, eine Fallpauschale oder ein entmündigtes Abrechnungsobjekt zu sein, die sich den Arbeitsabläufen in der jeweiligen Einrichtungen unterzuordnen hat. Zuwendung oder zumindest Transparenz (med. Aufklärung, Abläufe, weiteres Vorgehen, usw.,..) wird zum Luxusgut. Ob GKV-, nur Zusatz-, oder vollständig Privatversichert spielt aus Sicht der (Krankenhaus-)Abrechnung nur noch eine pekunäre Rolle; die zudem überwiegend auf die "Knochen" des Pflegepersonals (ohne Aussicht auf Besserung) ausgetragen wird. Es wird nicht nur am Stellenplan (Früh-, Spät- und Nachtschicht in ständig größer werdenden Stationen) gespart, sondern inzwischen auch an Material und Zuarbeiten (Hygiene, resistente Keime, Putzen, Hausmeister, etc.). Wo bleiben denn die ganzen Milliarden für das stationäre Gesundheitswesen?

Trotz horrenden Einzelabrechnungen bzw. Tagessätzen (vgl. GKV- und Zusatzanteil) scheint im klinischen Sektor weitestgehend keine nachhaltige Notwendigkeit für Offenheit (medizinische Schwerpunktthemen, Pflegeplanstellen pro Station und Schicht, Anzahl und Ausbildung Fachärzte, etc.), nachvollziehbare Qualität (Erfolgsquote bei Operationen nach öffentlichen Standards, Standards, Mängelbeseitigung, Hotline bei Beschwerden) und Selbstreflektion (Was lief schief im letzten Jahr, wo muss nachgebessert) erkennbar zu sein. Ohne gesetzliche Mindestbedingungen wird sich hier aber nichts, aber auch gar nichts ändern!

Auch nicht beim "ungerechtfertigten" Abkassieren erhöhter Leistungen für exakt gleiche Tätigkeiten (z.B. Blutbildbestimmung durch eine MTA) bzw. Arbeitsabläufe, nur weil der Patient zusatz- oder privat versichert ist. An dieser Selbstbedienungsmentalität sind die privaten Versicherung wahrlich nicht unschuldig. Wer seine Kunden (oder deren handelnden Angehörige) im Angesicht einer persönlich zu bewältigenden Krankheit dem undurchsichtigen Vertragsgemauschel (Abrechnungsgrundlage: Chefarzt, aber auch Stationsarzt oder diensthabender Arzt im praktischen Jahr, u.ä.; sowie alle involvierten Konsilarkräfte) bei der stationären Aufnahme aussetzt, fördert vorsätzlich die Selbstbedienungsmentalität; bis hin zum legalen Betrug.

Natürlich werden wir alle Älter, und somit anfälliger, und brauchen fallweise mehr medizinische Hilfe (mit entsprechenden Umfang in der letzten Lebensphase). Aber nicht aus Gründen bestimmter Schwellwerte zur Erreichung persönlicher -zumeist verdeckter- Boni-Grundlagen, oder zur temporären Auslastung klinisch seltener gebrauchter Vorhalteeinrichtungen. An einer konkreten, methodisch stabilen Ursachenforschung, warum z.B. die Tarife für die Zusatz- bzw. Privatversicherungen (Aufwandsseite) tatsächlich drastisch erhöht werden müssen, bzw. mussten, hat doch keiner der Beteiligten ein echtes Interesse!

Wird hier nicht durch das Versicherungsgewerbe (als Sachverwalter für die eigenen Kunden, bzw. potentiellen Patienten) gegen gesteuert, werden die Klinikaufwendungen insgesamt explodieren, noch mehr private Betreiber ihren Schnitt auf Kosten der Kranken und des Pflegepersonals machen; allerdings ohne das wir gesünder würden, bzw. besser, menschlicher und medizinisch zielführender behandelt werden.
Wer als Patient nur noch abkassieren wahrnimmt, sich überwiegend ausgenommen fühlt, stellt sich irgendwann die Grundsatzfrage; warum er ständig höher werdende Prämien für immer weniger (Krankenhaus-)Leistungen (bzw. nur noch plakative Versprechen irgendwann oder irgendwie ) zahlen soll!

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