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14.6.2016

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Ein Schutzgesetz verunsichert den Kunstmarkt

Restaurierung Gerhard Richter

„Ist das Kunst – oder kann das weg?“ – mehr als einmal haben Unkundige diese Frage falsch beantwortet. Doch der respektlose Spruch hat einen wahren Kern: Zumindest juristisch ist nicht definiert, was Kunst ist. Dasselbe gilt für den Begriff des Kulturguts. Die Unschärfe ist brisant, weil aktuell eine Neufassung der Regeln für den grenzüberschreitenden Handel mit Gemälden, Skulpturen oder andere Kulturgüter im Bundestag diskutiert wird. Die Auswirkungen für Kunstversicherer dürften sich freilich in Grenzen halten.

 

Die Preise für Kunst- und Sammlungsgegenstände orientieren sich stark am Zeitgeschmack und entstehen auf dem Markt. Denn: Der Kunstmarkt ist einer der wenigen unregulierten Märkte. Hier regieren Angebot und Nachfrage. Deshalb beeinflusst auch der Ort des Verkaufs den Preis. In den USA und in Großbritannien werden zum Teil höhere Auktionsergebnisse erzielt als für vergleichbare Objekte bei deutschen Auktionen.

 

Novelle des Kulturgutschutzgesetzes

 

Die geplante Novelle des Kulturgutschutzgesetzes soll nun den Handel und die Ausfuhr von Kunstgegenständen, die in Deutschland als national wichtige Kulturgüter gelistet sind, noch strenger als bisher beschränken. Insbesondere der Verkauf von bedeutenden Kulturgütern ins Ausland wird künftig möglicherweise gesetzlich untersagt. Bisher ist der Verkauf in andere EU-Länder zulässig.

 

Der Kunstmarkt in Deutschland wird dadurch klar eingeschränkt. Wird ein Kunstwerk in die Liste der national schützenswerten Kulturgüter aufgenommen, fallen beim Verkauf potenzielle Abnehmer aus dem Ausland weg. Weniger Nachfrage bedeutet niedrigere Preise: Ein Kunstgegenstand, der nur noch in Deutschland handelbar ist, verliert einen Teil seines Marktwerts.

 

Zeugnisse der Geschichte sollen erhalten bleiben

 

Begründet wird der besondere Schutz von Kulturgütern damit, dass bestimmte Objekte für Menschen und Nationen als identitätsstiftend betrachtet werden. Wichtige Zeugnisse der Menschheitsgeschichte sollen für nachfolgende Generationen erhalten bleiben und der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden.

 

Ob ein Werk zu den national bedeutenden Kulturgütern zählt, muss jeweils im Einzelfall entschieden werden. So löste der Westdeutsche Rundfunk mit dem Plan, Max Beckmanns „Möwen im Sturm“ und Ernst Ludwig Kirchners „Berglandschaft mit Almhütten“ zu verkaufen, im letzten Jahr eine kontroverse Diskussion aus. Ein Kulturgutschutzgremium lässt die beiden Bilder nun ziehen. Im Juni kommen sie in London „unter den Hammer“.

 

Das Beispiel zeigt, wie problematisch die Beantwortung der Frage ist, ob ein Werk als national wertvolles Kulturgut im Land gehalten werden muss. Diese Diskussion wird uns auch ohne neues Kulturgutschutzgesetz in den nächsten Jahren immer wieder beschäftigen.

 

Keine Auswirkung auf Kunstversicherung erwartet

 

Kunstversicherer versichern Kunst- und Sammlungsgegenstände unabhängig davon, ob es sich in einzelnen Fällen um besonders geschütztes Kulturgut handelt. Zudem reicht der Schutz in der Regel über den nationalen Markt hinaus. Insofern wird die Versicherungswirtschaft von der geplanten Gesetzesnovelle voraussichtlich nicht betroffen sein.

 

Der regulierende Eingriff des Staates wird von Sammlern und Kunsthändlern kritisch gesehen. Aktuell ist eine starke Verunsicherung im deutschen Kunstmarkt zu spüren. Dies hat zu einer hohen Nachfrage nach Einlagerungsmöglichkeiten von Kunstwerken im Ausland geführt.

 

Kunstgegenstände werden zunehmend als Wertanlage oder Spekulationsobjekt erworben. Dann ist es besonders ratsam, die Objekte adäquat zu versichern. Und zwar zum aktuellen Wert – auch wenn der sich durch ein neues Kulturschutzgesetz ändern sollte.

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