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31.5.2016

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Was soll meine Lebensversicherung noch bringen?

Johannes Lörper und Lars Brunken diskutieren zum Thema Lebensversicherung und Garantie. | Foto: Andreas Fechner

Seit 2016 bieten wir kaum noch Lebensversicherungen mit klassischen Garantien an. Das haben viele Kunden nicht verstanden. ERGO Vorstandsmitglied Johannes Lörper beantwortet im Gespräch mit Kundenbeirat Lars Brunken die wichtigsten Fragen.

 

Lars Brunken: Herr Lörper, warum hat ERGO Anfang des Jahres die Garantien für ihre Lebensversicherungen abgeschafft?
Johannes Lörper: Natürlich geben wir weiter Garantien. Das wird in den Medien manchmal leider anders dargestellt. Bei unseren neuen Produkten garantieren wir, dass wir mindestens die Beiträge zurückzahlen. Darüber hinaus stellen wir sicher, dass unsere Kunden die Chance haben, von positiven Entwicklungen am Markt sofort zu profitieren.

 

Brunken: Als normaler Mensch sieht man zunächst nur, dass es bei der Konkurrenz 1,25 Prozent gibt und bei ERGO null.
Lörper: Das ist so nicht korrekt….

 

Brunken: ….aber so kommt es draußen an, das ist die Wahrnehmung Ihrer Kunden!
Lörper: Aber das ist ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen, so entsteht der falsche Eindruck. Zum Beispiel gibt es bei anderen Versicherern 1,25 Prozent auf den Sparbeitrag; bei uns gibt es eine Garantie für den gesamten Beitrag. Insgesamt müssen wir unseren Kunden die Lage noch deutlicher erklären. Viele glauben ja etwa, dass hohe Garantien für sie am besten sind. Das stimmt aber nicht.

 

Brunken: Wieso nicht?
Lörper: Versicherer, die Jahr für Jahr Zinsen garantieren, müssen ihre Kapitalanlagen darauf abstimmen: Die Anlagestrategie muss zur Vertragslaufzeit passen, gleichzeitig müssen diese Anlagen vom Gesetzgeber als sicher eingestuft werden. Und hier beginnt das Problem. Einerseits erwirtschaften die klassischen, als „sicher" eingestuften Anlagen (z. B. Staatsanleihen) kaum Zinsen. Andererseits kann der Anleger aus diesen Anlagen nicht kurzfristig aussteigen, sollten sie in den Keller gehen – zum Beispiel bei einer Inflation. Langfristige Laufzeiten erweisen sich also mittlerweile sowohl für den Versicherer als auch für den Kunden als problematisch.

 

Brunken: Inflation? Ist das nicht unrealistisch? Viele erwarten doch japanische Verhältnisse, wo die Zinsen seit ewig langer Zeit extrem niedrig sind...?
Lörper: Wir reden über zwanzig, dreißig Jahre, dann sieht die Situation möglicherweise ganz anders aus. Wenn es bergauf geht, wollen Sie daran teilhaben. Das geht mit den klassischen Modellen kaum.

 

Brunken: Was auch irritiert: Bei hohen Einmalzahlungen räumen Sie Kunden nach wie vor Garantiezinsen ein. Entsteht da eine Zwei-Klassen-Gesellschaft: Gute Konditionen für Leute mit Geld, schlechtere für den Rest?
Lörper: Nein, das hat nichts mit einer Zwei-Klassen-Gesellschaft zu tun. Wir reden hier über sofort beginnende Renten gegen Einmalbeitrag. Das ist ein anderes Produkt. Hier wird kein Kapital angespart, sondern die Auszahlung an den Versicherten organisiert. Mit einer Rentenversicherung bekommen Sie lebenslang Leistungen, egal wie alt Sie werden. Und dafür ist der Ausgleich im Kollektiv nach wie vor die beste Lösung. Im Übrigen kann ein hoher Einmalbetrag für eine sofort beginnende Rente auch das Ergebnis jahrelang mühsamen Ansparens sein.

 

Brunken: Warum kürzen Sie nicht bei den Kosten im Unternehmen, statt den Garantiezins zu streichen?
Lörper: An den Kosten sparen wir bereits – bei den Verwaltungskosten oder indem wir Vertriebsorganisationen zusammenfassen. Daran werden wir auch weiter arbeiten. Aber trotz aller Anstrengungen versichere ich Ihnen, der Hebel der Kosten ist einfach nicht groß genug.

 

Brunken: Wäre es nicht schlauer, ich stecke mein Geld an der Börse in einen günstigen Index-Fond, statt die ERGO Kosten mitzutragen?
Lörper: So eine Anlage hat natürlich einen gewissen Charme. Ich selbst habe neben meinen privaten Rentenversicherungen auch solche Papiere. Aber dann müssen Sie sich auch permanent damit beschäftigen. Die Praxis zeigt: Das wollen und können die meisten Menschen einfach nicht. Und sie wollen ihre Liebsten zusätzlich auch für den Todesfall absichern. Das geht an der Börse nicht. Und eine lebenslange Rente bekommen Sie so auch nicht. 

 

Brunken: Wie stark hat es die Kunden verunsichert, dass Sie auf den Garantiezins verzichten?
Lörper: Wir haben bei ERGO im Moment sicherlich gerade nicht den größten Vertriebserfolg und verlieren auch Marktanteile. Das liegt aber nicht an der Umstellung. Als wir unsere Vermittler vor die Wahl gestellt haben, ob sie ihren Kunden das alte oder das neue Produkt anbieten wollen, haben sich die meisten für das neue entschieden. Wir hatten eher Rückgänge bei der Variante mit den Einmalzahlungen. Da haben Wettbewerber unserer Ansicht nach teilweise zu hohe Zinsen versprochen, das wollten wir nicht mitmachen. 

 

Brunken: ERGO muss viele alte Verträge finanzieren, die noch einen Garantiezins von 4 Prozent versprechen.  Wie bedrohlich sind diese Altlasten?
Lörper: Wir stehen gut und sicher da und können nachgewiesenermaßen alle unsere Garantien erfüllen.

 

Brunken: Die Lebensversicherung war lange der Deutschen liebstes Kind. Was würden Sie heute Eltern zur Absicherung ihrer Kinder empfehlen?
Lörper: Die staatliche Rente wird nicht reichen, man muss zusätzlich etwas tun. Deshalb würde ich für Vermögensaufbau und Absicherung immer noch eine Lebensversicherung empfehlen, allerdings mit geringen Garantien, um durch die Flexibilität die Rentabilität steuern zu können. Und mit Rentenzahlungen im Alter. Das ist das Beste, was man machen kann.

 

Brunken: Junge Menschen neigen immer mehr dazu, schnelle Kredite für ein Handy oder den noch größeren Flatscreen aufzunehmen, welches ihnen später bei größeren Investitionen – Wohnungs- oder Hauskauf – große Schwierigkeiten bereiten könnte. Sollte man eventuell gerade diese Kundengruppe noch mehr beraten? Eine Lebensversicherung ist doch auch hier eine mögliche Lösung für die Zukunftspläne, oder?
Lörper: Ich halte eine Lebensversicherung mit großer Flexibilität und geringeren Garantien auf jeden Fall gerade auch für junge Menschen für eine gute Sache. Wo wir können, stehen wir mit Rat und Tat zur Seite und helfen bei der Entscheidungsfindung. Das kann man gar nicht intensiv genug machen. 

 

Brunken: Was ist mit der Generation 50+?
Lörper: Beim 50-Jährigen sieht es eventuell anders aus. Wenn er bisher nicht viel für seine Altersvorsorge getan hat, kann es sinnvoll sein, stärker auf Garantien zu achten. Aber wenn man auf mögliche inflationäre Entwicklungen vorbereitet sein will, führt kein Weg an flexibleren Produkten vorbei.

 

Lars Brunken: Herr Lörper, man kann in diesem Interview bereits klar erkennen, wie komplex das Thema Lebensversicherung ist, ein Buch mit sieben Siegeln für den Kunden. Ich als Kundenvertreter würde es mir wünschen, wenn es die Versicherungsbranche schaffen würde, Transparenz und Verständlichkeit für Jedermann zu schaffen. Eine Lebensversicherung ist nach meiner Ansicht immer noch ein sehr interessantes Produkt, wenn es maßgeschneidert auf die jeweilige Situation angepasst wird. Vielen Dank für die Zeit, die Sie sich genommen haben, und die offenen Worte.

 

Lars BrunkenLars Brunken ist Mitglied im ERGO Kundenbeirat und lebt mit Frau und zwei Söhnen in Oldenburg. Er ist Geschäftsführer von drei Gesellschaften im Kälte- und Klimabereich.

 

Johannes LörperJohannes Lörper ist Versicherungsmathematiker und Mitglied des Vorstands der ERGO Lebensversicherung AG

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1 Kommentare

Ein Fondssparplan im MEAG ProInvest brachte in den letzten 25 Jahren ungefähr 7,8 % bei vollem Ausgabeaufschlag. Diesen Fonds u.a. kann man auch in der sehr gut bewerteten ERGO Fondspolice wählen. Zusätzlichen Todesfallschutz kann man problemlos über eine separate Risikoversicherung darstellen. Dieses Konzept war schon die bessere Lösung, als wir noch die Garantieprodukte hatten. Die Zukunft hat also längst begonnen und unsere Kunden können in Sachwerte investieren. Keiner muss alten Zeiten hinterher trauern!

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