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6.5.2016

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Mediation: Warten auf den Durchbruch

Mediation: Schlichten statt richten

Schlichten statt richten – eine Mediation bringt viele Vorteile mit sich. Sie spart nicht nur Zeit, sondern bringt meistens ein besseres Ergebnis als ein Gerichtsverfahren. Statt Sieger und Verlierer zu produzieren, führt die Streitschlichtung im Idealfall zu einer dauerhaft tragfähigen Lösung eines Konflikts und erfüllt damit eine wichtige sozialpolitische Funktion. Deshalb ist sie auch für Rechtsschutzversicherer interessant. Dennoch hat sich die Mediation bisher nicht durchgesetzt.

 

Bei einer erfolgreichen Streitbeilegung nach der Devise „Schlichten statt richten“ gewinnen alle. Denn die Mediation ist dem klassischen Gerichtsverfahren in dreifacher Hinsicht überlegen: Sie lässt sich schneller abschließen, hinterlässt versöhnte Kontrahenten und entlastet die Justiz. Die Erfolgsquote des Verfahrens liegt bei rund 75 Prozent. In Fachkreisen ist die Mediation deshalb als schnelle und wirtschaftliche Alternative anerkannt.

 

Die kürzere Dauer des Verfahrens ist eines der stärksten Argumente für die einvernehmliche Konfliktlösung. Bis ein Gerichtsverfahren in der ersten Instanz abgeschlossen ist, vergehen im Schnitt mindestens sieben Monate. Während dieser Zeit stehen sich die Kontrahenten oft unversöhnlich gegenüber. Wird der Streit in der nächsten Instanz fortgesetzt, schwelt der Konflikt möglicherweise über Jahre. Dagegen kann eine Mediation innerhalb von wenigen Wochen zu einer gütlichen Einigung führen.

 

Die vergleichsweise lange Dauer eines Gerichtsverfahrens resultiert aus der Überlastung der Justiz. Laut Statistik bearbeiten deutsche Gerichte fast 1,5 Millionen erstinstanzliche Verfahren im Jahr (Neuzugänge ohne Familienstreitigkeiten). Gäbe es die Mediation nicht, wären es noch mehr.

 

Das Ziel heißt Win-win-Situation

 

Die Mediation spart nicht nur Zeit, sie bringt auch ein stabileres Ergebnis. Endet ein Gerichtsverfahren mit einem Urteil, gibt es Sieger und Verlierer. Für die unterlegene Partei ist das bitter. Häufig ist dadurch bereits der nächste Streit programmiert. Eine erfolgreiche Schlichtung schafft dagegen eine Win-win-Situation: Alle gewinnen, keiner verliert.

 

Rechtsschutzversicherer betrachten es als sozialpolitische Aufgabe, streitschlichtend zu wirken. Mediation ist ein Weg, zu einer dauerhaft tragfähigen Lösung eines Konflikts zu kommen. Deshalb bieten die meisten Rechtsschutzversicherer heute Mediationen an.

 

Allerdings hat eine Mediation nur unter bestimmten Voraussetzungen Aussicht auf Erfolg. In Deutschland gilt: Alle Parteien müssen freiwillig teilnehmen. Außerdem müssen die Streitenden Verhandlungsbereitschaft mitbringen. Nur dann können sie gemeinsam eine Lösung erarbeiten, der Mediator darf das Gespräch lediglich moderieren. Im Idealfall wird der Konflikt ein für alle Mal gelöst – die Kontrahenten reichen sich die Hände und sprechen wieder miteinander.

 

Neutral und verschwiegen: der Mediator

 

Der Mediator begleitet die Suche nach einer Einigung „allparteilich“: Er steht auf der Seite jedes Beteiligten. Nach außen ist er zur Verschwiegenheit verpflichtet.

 

Die Vertraulichkeit ist ein weiterer Pluspunkt der Mediation. Während Verhandlungen vor Gericht öffentlich ablaufen, findet die Schlichtung hinter verschlossenen Türen statt. Nur die beteiligten Parteien und der Mediator kennen den Inhalt der Gespräche. Damit eignet sich die Mediation besonders für sensible Themen, etwa für Streitigkeiten aus dem Arbeitsrecht.

 

Das 2012 in Kraft getretene Mediationsgesetz soll die außergerichtliche Streitbeilegung fördern. Es schützt die Vertraulichkeit und verpflichtet Mediatoren zur Aus- und Fortbildung, setzt aber keinen einheitlichen Standard für die Qualifikation. Zwar hat das Bundesjustizministerium im Jahr 2014 den Entwurf einer Verordnung zur Zertifizierung von Mediatoren präsentiert. Das Regelwerk ist aber bis heute nicht in Kraft getreten. Möglicherweise wartet das Ministerium die für Mitte 2017 geplante Evaluierung des Mediationsgesetzes ab.

 

Vier Jahre Mediationsgesetz

 

Trotz hoher Erwartungen bei der Verabschiedung des Gesetzes im Jahr 2012 müssen wir heute feststellen: Bislang ist die Mediation im Bewusstsein der Verbraucher noch nicht ausreichend verankert, der potenzielle gesellschaftliche Nutzen wird längst nicht ausgeschöpft. Wenn das Verfahren in Deutschland breite Akzeptanz finden soll, muss es als attraktive Methode zur Beilegung eines Streits wahrgenommen werden. Angesichts der unübersehbaren Vorteile muss die Politik ein massives Interesse daran haben, die Mediation stärker zu fördern und die Konfliktlösung durch „Schlichten statt richten“ fest zu etablieren.

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