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19.11.2015

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Versicherungsbetrug ist kein Kavaliersdelikt

Versicherungsbetrug ist kein Kavaliersdelikt

„Weißt du was, wir sagen einfach, dass mir dein Handy aus der Hand gefallen ist. Das merkt die Versicherung doch gar nicht.“ Ein Satz, der so oder ähnlich vermutlich zig Mal am Tag gesagt wird – der Versuch, ein Missgeschick anders darzustellen, als es eigentlich passiert ist, um Geld von der Versicherung zu bekommen. Eine Lappalie? Ein Kavaliersdelikt? Nun ja: Durch Versicherungsbetrug entsteht jährlich ein finanzieller Schaden in Milliardenhöhe. Und: Finanziert werden die unentdeckten Betrügereien von den ehrlichen Versicherten.

 

In den letzten zehn Jahren ist die Bereitschaft zum Versicherungsbetrug stark angestiegen. Eine etwas ältere repräsentative Studie der GfK Finanzmarktforschung zum Thema  „Versicherungsbetrug in Deutschland“ aus dem Jahr 2011 ergab, dass jeder fünfte Deutsche Versicherungsbetrug als ein Kavaliersdelikt ansieht. Versicherungsbetrug ist für die meisten Deutschen in seiner Schwere gleichzusetzen mit „Schwarzfahren“ oder „falschen Angaben in der Steuererklärung“. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass mindestens jeder zehnte gemeldete Schaden betrugsverdächtig ist. Den „typischen“ Versicherungsbetrüger gibt es aber nicht. Es ist vielmehr ein gesamtgesellschaftliches Phänomen, das keine Unterschiede zwischen Altersgruppen, Geschlecht, sozialer Schicht und Wohnort macht. Der Versicherungsbetrug schadet vor allem den ehrlichen Versicherten: Die unentdeckten Betrügereien müssen von ihnen im Rahmen des Versichertenkollektivs über die Prämien mitfinanziert werden.

 

Das neueste Smartphone, der modernste Fernseher

 

Versicherungen haben es meist mit Gelegenheitstätern zu tun, die einen tatsächlich eingetretenen Schaden nutzen, um diesen zu vergrößern oder den gegebenen Versicherungsbedingungen anzupassen. In der Hausratversicherung wird nach einem Einbruchdiebstahl beispielsweise eine Liste mit entwendeten Dingen eingereicht, die einfach ein wenig „erweitert“ wurde. Nicht entwendete Gegenstände werden als gestohlen gemeldet, um eine höhere Entschädigungsleistung zu erhalten. In der privaten Haftpflichtversicherung werden Eigenschäden, wie zum Beispiel eine kaputte Brille oder ein Laptop von einem Bekannten, der als vermeintlicher Verursacher auftritt, als Schaden bei der Versicherung gemeldet. Vorschäden am Gebäude werden häufig verschwiegen, um diese mit dem aktuellen Schaden erneut abzurechnen. Der schnelle Fortschritt in Technik und Unterhaltungselektronik weckt bei einigen Kunden den Wunsch, stets das neueste Smartphone, Tablet oder den Flachbildfernseher zu besitzen. So werden voraussichtlich auch die Olympischen Spiele 2016 in Brasilien, die erstmalig in 3D ausgestrahlt werden sollen, ein Großereignis, das zu einem deutlichen Anstieg der gemeldeten Schäden an Fernsehgeräten führen wird.

 

In der Kfz-Versicherung sind eher Profis am Werk

 

Im Gegensatz zu den Gelegenheitstätern sind in der Kfz-Versicherung vermehrt professionelle Täter am Werk. In normalen Verkehrssituationen werden Unfälle bewusst herbeigeführt (provozierter Unfall). Dabei handelt es sich um einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr, bei dem der Betrüger sogar Personenschäden in Kauf nimmt. Die Folgen für den Versicherungsnehmer sind gravierend: Er muss den Schaden am eigenen Fahrzeug tragen, sofern er keinen Vollkaskoschutz hat. Darüber hinaus hat er kein Anrecht auf Schmerzensgeld für erlittene Verletzungen, einen Verdienstausfall kann er nicht geltend machen und häufig kommt noch ein Verwarnungs- oder Bußgeld auf ihn zu. Stellt das vermeintliche „Opfer“ dann noch Ansprüche aufgrund erlittener Verletzungen, kann es im schlimmsten Fall zu einem Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung kommen.

 

Versicherungsbetrug bekämpfen – Betrugserkennungssystem

 

Bei der Schadenregulierung steht die Versicherung vor der Herausforderung, die Schäden schnell, unbürokratisch und kundenfreundlich zu regulieren, aber auch verantwortungsbewusst mit den Kundengeldern umzugehen und ungerechtfertigte Ansprüche abzuwehren. Weit verbreitet sind inzwischen technische Hilfsmittel zur automatisierten Erkennung von Auffälligkeiten. Computerprogramme filtern bereits bei der Schadenmeldung Schäden mit auffälligen Mustern heraus, die dann zur Prüfung an speziell geschulte Mitarbeiter weitergegeben werden. Technische Geräte überprüfen Sachverständige, um so den Schadenhergang und die Schadenhöhe festzustellen. Fahrzeuge werden begutachtet, um die Kompatibilität, Plausibilität, Schadenhöhe und Abgrenzung von Vorschäden zu prüfen bzw. den Unfallhergang zu rekonstruieren. Um die Kausalität und Schadenhöhe von Hausrat- und Wohngebäudeschäden festzustellen, begutachten geschulte Mitarbeiter die Schäden. Rechnungen werden geprüft, um überhöhte Kosten oder gefälschte Belege zu ermitteln. Unterstützung bietet auch das Hinweis- und Informationssystem (HIS) der deutschen Versicherungswirtschaft. HIS ist in enger Zusammenarbeit mit den Datenschutzbehörden entstanden. Betroffene werden im Fall einer Meldung zu ihrer Person aktiv informiert und haben die Möglichkeit der Selbstauskunft.

 

Wird ein Betrug aufgedeckt, kann die Versicherung den Schaden ablehnen, den Vertrag kündigen, Regress für die Ermittlungskosten (zum Beispiel für Sachverständige) sowie eine Strafanzeige stellen. Egal ob als Gelegenheitstäter oder professioneller Täter mit hoher krimineller Energie –  Versicherungsbetrug ist kein Kavaliersdelikt sondern eine Straftat, die mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe geahndet werden kann. Als präventive Maßnahme ist die Aufklärung wichtig: Denn nicht jedem Gelegenheitstäter ist bewusst, dass sein Handeln zu Lasten der Versichertengemeinschaft geht.

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