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25.3.2015

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Schwerhörigkeit im Alter: Wie bitte?

Seine Altersschwerhörigkeit ist belastend für Gabriele und Hubert R.

Was bedeutet Schwerhörigkeit im Alter? Zu diesem Thema wollte ich mit Hubert R. (89) sprechen. Gar nicht so einfach, wie sich schließlich herausstellte – nicht nur für den Betroffenen. Dieser Beitrag ist Teil unserer neuen Serie „Leben im Alter“.

 

Die Idee war, dass Hubert R. mir in einem Telefonat von seinem Leben mit der Altersschwerhörigkeit berichtet. Schnell wurde klar: Ohne seine Frau ist eine Verständigung kaum möglich. Und so war es überwiegend Gabriele R. (82), die mir meine Fragen zum Thema beantwortete. Ihr Bedürfnis, das zu tun, erschien mir groß. Bereits auf meine erste Frage, wie sich die Schwerhörigkeit im Alltag der beiden bemerkbar mache und vor welche Herausforderungen sie das stelle, sprudelte es nur so aus ihr heraus: Eigentlich müsse sie ihren Mann immer begleiten. Selbst bei ganz alltäglichen Dingen, die er rein von seiner körperlichen Verfassung her eigentlich sehr gut alleine bewerkstelligen könnte. So gehe sie zum Beispiel mit zum Arzt, damit Hubert R. nichts falsch verstehe. Und überhaupt sei sie am liebsten immer dabei, wenn er unterwegs ist. Aus Angst, dass er aufgrund seiner Schwerhörigkeit nicht mehr so aufmerksam wie ein Hörender am Straßenverkehr teilnehmen könne.

 

ERGO Serie: Leben im Alter

 

Gespräche sind für Hubert R. also nur dann noch möglich, wenn seine Frau ähnlich einer Souffleuse an seiner Seite bleibt, damit er nicht irgendetwas ganz falsch oder gar nicht versteht. „Für meinen Mann gleicht jede Unterhaltung dem Austausch in einer fremden Sprache, deren Vokabular er nur bedingt beherrscht“, versucht Gabriele R. das Hörempfinden ihres Mannes zu beschreiben. Natürlich hat Hubert R. eine Hörhilfe. Aber das Geklapper von Besteck, die eigenen Kaugeräusche beim Essen oder aber kleinste Nebengeräusche, während andere sich unterhalten – das alles lässt für ihn kaum noch ein Verstehen zu.

 

Jede Unterhaltung ist Stress

 

Tatsächlich ist jedes Gespräch für Schwerhörige – egal welchen Alters – mit einer enormen Anstrengung verbunden. Experten sprechen von „Kommunikationsstress“. Gemeint ist damit die immense Anspannung und erhöhte Konzentration der Betroffenen während einer Unterhaltung. Sie sind ständig damit beschäftigt, dass sie alles mitbekommen – begleitet von der stetigen Unsicherheit, doch  etwas missverstanden oder Wichtiges verpasst zu haben. Irgendwann kosten Gespräche dann so viel Kraft, dass sich der Schwerhörige zunehmend zurückzieht.

 

Solch einen schleichenden Rückzug beobachtete Gabriele R. auch bei ihrem Mann. „Im Laufe der Jahre hat seine Schwerhörigkeit so zugenommen, dass er kaum noch an Gesprächen teilnimmt, wenn jemand zu Besuch kommt“, erzählt sie mir mit wehmütiger Stimme. Schwerhörigkeit hat also immer auch einen sozialen Aspekt. Für viele bedeutet sie ungewollte Isolation. Sie ziehen sich zurück von Freunden, der Familie und schließlich sogar dem Partner oder der Partnerin. „Das ist das Schlimmste“, sagt Gabriele R. Dabei ist die Situation für die beiden Rentner ohnehin nicht einfach. „Im Alter hat man mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Wenn ich mich dann noch ständig wiederholen und immer lauter reden muss, es mit dem Gespräch aber trotzdem nicht richtig klappt, da krieg‘ ich auch schon mal die Wut“, gesteht sie.

 

Belastungsprobe auch für langjährige Beziehungen

 

Das gemeinsame Altwerden von Hubert und Gabriele R. wird somit zunehmend von seiner Altersschwerhörigkeit geprägt. Dennoch versuchen die beiden, aktiv zu sein und im Gespräch zu bleiben. Was mir durch dieses Gespräch erstmals richtig bewusst geworden ist: Auch wenn er die Last der Schwerhörigkeit trägt, betroffen ist auch seine Frau.

 

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