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26.4.2017

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DFB-Pokal: Bitteres Aus für die Fohlen

Der ganz persönliche Sieg des gehandicapten Balltragekinds Jermaine. Das „Fan-Battle“ von Ole und Jonas. Und kein Wunschergebnis für Ex-Fußballprofi Jörg Jung. Denn Frankfurt siegt gegen seine Mönchengladbacher  mit 8:7 nach Elfmeterschießen. Reportage vom DFB-Pokal-Halbfinale im Borussia-Park.

 

Sie sind sich nicht wirklich einig. Jonas Kleinschnittger (6) der glühende Mönchengladbach-Fan. Und Ole Caspar (9), der Anhänger von Eintracht Frankfurt. „Gegen Raffael und Stindl habt ihr nie eine Chance“, sagt Jonas resolut. „Warte ab, wir haben Marco Fabian, der macht wie letzten Samstag zwei Tore“, ist sich Ole sicher. Kleine Kenner unter sich. Fachsimpelei – ganz kindgerecht und ein bisschen schelmisch. Jonas und Ole sind Balltragekinder außer Dienst, waren im Viertelfinale im Einsatz und haben ihren großen Moment darum schon hinter sich. Ole hat in Frankfurt beim Hereinlaufen eine Rundumbildkamera getragen. Jonas wiederum wurde in Hamburg bei der Seitenwahl der Mannschaftskapitäne regelrecht übersehen. Tränen kullerten im Februar. Heute sind sie deshalb beide auf Einladung von ERGO im Mönchengladbacher Borussia-Park noch einmal dabei.

 

ERGO – Offizieller Partner des DFB-Pokals

 

„Ein ganz großer Tag“

 

Unten in den Stadion-Katakomben wird es derweil für das aktuelle Balltragekind so langsam ernst. Jermaine aus Burbach im Siegerland steht vor seinem großen Moment. Der Achtjährige wird in diesem so wichtigen Spiel den Ball auf den Platz bringen. Gleich ist es soweit. Schiedsrichter Deniz Aytekin kümmert sich rührend um ihn, lächelt und versucht ihm die Anspannung ein bisschen zu nehmen. Gut so – denn Jermaine hat es nicht leicht. Der Junge ist sprachgestört. Er besucht deshalb eine Förderschule in Siegen. Der normale Unterricht wird durch therapeutische Angebote ergänzt. Viele seiner dortigen Klassenkammeraden sitzen jetzt gebannt am Fernsehschirm und sind gespannt. „Jermaine ist eigentlich ein richtiges Fußball-Talent. Aber weil er nicht so gut sprechen kann wie andere, wurde er von den Mitspielern gehänselt“, erzählt seine Mutter Michaela Schmidt sichtlich gerührt. „Dann hat er mit dem Training aufgehört. Da war nichts zu machen. Auch deshalb ist das heute für uns ein ganz großer Tag.“

 

 

„Alles fügt sich zusammen“

 

Während Jermaine mit Herzklopfen aber strahlenden Augen Richtung Mittelkreis marschiert, geht auch bei Jörg Jung der Puls deutlich nach oben. Jung ist Generalagent im Mönchengladbacher Stadtteil Rheydt und hat vier Bestandskunden im Borussia Park mit dabei. Am Stadion zeigt er vor dem Spiel mit seinem Agentur-Team Präsenz. Am ERGO-Promotionstand können Fans Erinnerungsfotos schießen und bei einem Gewinnspiel Karten für das DFB-Pokal-Finale gewinnen. Auch zu Jörg Jung gibt es eine ganz besondere Geschichte. Denn der 51-Jährige war selbst Fußball-Profi, hat für die Borussen in den 90er-Jahren auf dem legendären Bökelberg gespielt. Er erlebte dramatische Spiele im DFB-Pokal und stand sogar in UEFA-Cup-Spielen (heute UEFA League) auf dem Platz. Einer seiner damaligen Mitspieler heißt Dieter Hecking. Er ist der aktuelle Trainer der Mönchengladbacher „Fohlen-Elf“. „Für mich ist das heute deshalb auch nicht einfach nur so ein Spiel“, unterstreicht Jung. „Alles fügt sich zusammen. Kaum einmal waren meine Zeit als Berufsfußballer und als selbstständiger ERGO Vermittler so eng miteinander verknüpft.“ Und natürlich kommen an diesem Abend die Erinnerungen an eigene große Spiele zurück.

 

Mit Selbstvertrauen zurück ins Siegerland

 

Jonas, Ole, Jermaine und auch Jörg Jung sehen im imposanten Borussia-Park ein unglaublich packendes Spiel. Eintracht Frankfurt ist zu Anfang das klar bessere Team. Geht in der 15. Minute durch Tawatha in Führung. Doch Mönchengladbach kommt in der Nachspielzeit der ersten Hälfte durch Hofmanns Tor zurück. 1:1. So heißt es auch am Ende der Verlängerung. Das Elfmeterschießen entscheidet den Halbfinal-Thriller.

 

Ole sagt nach dem Abpfiff noch zu Jonas, er hätte das ja „alles schon vorher gewusst“. Und in der Tat sollte sich Eintracht Frankfurt überlegen, Ole Maskottchen-Status zu verleihen. Denn mit ihm im Stadion ist es nun schon der zweite DFB-Pokalsieg am Stück. Jermaine wiederum hat sein „großes Abenteuer“ mit Bravour gemeistert. „Das wird ihm auf seinem weiteren Weg viel Selbstvertrauen geben“, sagt Michaela Schmidt, die als alleinerziehende Mutter noch zwei weitere Söhne zu Hause in Burbach betreut. Mit Rückenwind reist Jermaine nun ins Siegerland zurück. Und apropos Sieger. „Berlin, Berlin – wir fahren nach Berlin“, hallt es noch lange durch die Arena. Indes: Es sind die Frankfurter, die in der Südkurve singen, und das tut Ex-Profi Jörg Jung und seinen Mönchengladbacher Kunden schon ein bisschen weh. Der Abend endet mit einem Handshake von Jonas und Ole. Fairplay geht vor. Da wiederum sind sie sich beide einig.

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