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23.6.2014

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Viele entwickeln Mut mit wachsendem Alter

Was ist Mut?

Interview mit Entscheidungscoach Markus Haase

 

Was Mut bedeutet, was er mit dem Lebensalter zu tun hat und wie Erwachsene und Kinder ihn lernen können. Interview mit dem Business-Coach und Kommunikationsberater Marcus Haase.

 

Wann waren Sie das letzte mal richtig mutig?

Ein epochaler Moment für mich war mein Schritt in die Selbstständigeit vor fünf Jahren, den ich als angestellter Ressortleiter gegangen bin. Ich hatte mir ein neues Ziel gesetzt, bin Risiken eingegangen, habe etwas verändert. Aber genauso gibt es alltägliche Momente des Muts, die wir alle kennen.

 

Was heißt Mut für Sie?

Für mich ist Mut ein intensives Gefühl. Was mutig ist, hängt ab von der Person und den jeweiligen Rahmenbedingungen. Manche Menschen brauchen Mut für Dinge, die andere quasi im Schlaf beherrschen. Wer mutig ist, geht einem Impuls nach, etwas zu machen, was er sonst nicht tut. Man kann diesen Impuls verstehen als gebündelte Kräfte. Her treffen Willens-, Umsetzungs- und Überzeugungskraft aufeinander: Ja, ich will es. Ja, ich mache es. Ja, es wird mit gelingen. Wer mutig ist, überwindet die Grenze des Gewohnten.

 

Und was gibt Menschen den Mut, diese Grenze zu überwinden?

Das ist sehr individuell. Jeder hat seine Lebensgeschichte, aus der er Dinge lernt und Konsequenzen zieht. Was uns eint, ist das Bedürfnis, uns zu entwickeln. Genau diesen Impuls brauchen wir, um eine Veränderung anzugehen. Das kann aus uns selbst kommen oder von außen, etwa, wenn wir den Arbeitsplatz verlieren. Wer so eine Gelegenheit nutzt, kann wachsen.

 

Inwieweit hängt Mut mit dem Lebensalter zusammen?

Kinder sind oft mutig, ohne es zu wissen, weil sie Risiken nicht kennen. Je älter ein Mensch wird, desto stärker kann es in zwei Richtungen gehen. Die einen werden risikomüde, andere verlieren ihre Angst. Viele Menschen entwickeln Altersmut, das erlebe ich immer häufiger. Sie träumen von einem Projekt, das sie unbedingt noch anpacken wollen. Sie sind sich der Tatsache bewusst, dass das Leben endlich ist, und sie einen großen Teil davon gelebt haben. Das Risiko, ihren Traum nicht zu verwirklichen, ist für sie höher als das Risiko, es zu versuchen.

 

Das wäre zum Beispiel...

Sie verändern etwas im Job, bauen eine neue Selbstständigkeit auf, beginnen neue Projekte. Das kann ein Ehrenamt sein, eine Reise oder der Umzug in eine neue Stadt.

 

Wie bestärken Sie Menschen in diese Neufindung?

Zunächst klopfe ich ab, ob sich aus dem Traum ein echtes Ziel formulieren lässt. Das ist die erste Entscheidung. Dann helfe ich mit Fragen, das Ziel zum Leuchten zu bringen. Was macht ihr Ziel so attraktiv? Was motiviert Sie, es zu erreichen? Ist das Ziel definiert, überlegen wir, wie der Betreffende es erreichen kann. Welche Ressourcen fehlen ihm, und wer kann ihn unterstützen? Ich helfe Menschen, ein Bewusstsein ihrer Fähigkeiten und eine Strategie zu entwickeln, wie sie den Weg zu ihrem Ziel gestalten können.

 

...das bedeutet?

Auf dem Weg zum Ziel helfen Zwischenziele, die der Betreffende glaubt, erreichen zu können. Denn eine Gegenkraft ist unser Sicherheitsbedürfnis. Ich gehe nur los, wenn ich glaube, dass ich unbeschadet ankommen kann. Mut ist die Kehrseite der Angst. Und Ängste lassen sich temporär auflösen durch Vertrauen. Man kann Ängste und Mut nutzen wie Bremse und Gaspedal.

 

Wie können Eltern ihren Kindern vermitteln, mutig zu sein?

Eltern sollten ihren Kindern vorleben, was Mut bedeutet. Sie sollten stolz darauf sein, wenn ihr Mut aufgegangen ist, gelassen bleiben, wenn sie straucheln, und entspannt zugeben, wenn ihnen der Mut fehlt.

 

Marcus Haase, Berater und Entscheidungscoach

 

Marcus Haase, geboren 1962, schöpft als Entscheidungscoach aus eigener Erfahrung. Der studierte Germanist und Philosoph arbeitete lange als Ressortleiter in verschiedenen Hamburger Verlagen, bevor er sich 2009 mit seiner Consulting-Firma selbstständig machte.

 

http://marcushaase-consulting.de/ 

 

Quelle: Der Text ist bereits in einer Anzeigen-Sonderveröffentlichung der „Welt am Sonntag“ erschienen.

Tags: Mut Verstehen

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