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Dumme Ziege – sicher nicht!

Von Nadine Miersch

 

„Der Weg ist das Ziel“ (Konfuzius) bekamen wir damals oft von unserem Klassenlehrer gesagt. Egal ob auf Wandertagen oder im Unterricht. Zu diesem Zeitpunkt fand ich es immer sehr Nerv raubend, mir dieses Zitat anhören zu müssen. Heute, fast zehn Jahre nach meinem Schulabschluss, ist es zu meinem Lebensmotto geworden.

 

Nadine Miersch

 

Bereits von Kindesbeinen an fühlte ich mich mit der Natur sehr verbunden. Während meine Freundinnen sich mit 13 Jahren für Kleidung und Makeup interessierten, grub ich auf meinem selbst angelegten Acker Kartoffeln aus und wünschte mir, ich würde nie erwachsen werden. Schon damals hatte ich irgendwie die Befürchtung, dass das Älterwerden mich diesen Draht zur Natur verlieren lässt.

 

Verloren gegangen ist er Gott sei Dank nicht. Allerdings bringt das Erwachsensein zahlreiche gesellschaftliche Verpflichtungen mit sich, aufgrund derer vieles auf der Strecke bleibt. 18 Uhr, nach einem 8-stündigen Arbeitstag vorm PC, stehen Einkauf und Haushaltstätigkeit an. Und nachdem man sich montags noch vornimmt, zumindest an zwei Tage in der Woche spazieren zu gehen, ist bereits wieder Samstag und nichts ist passiert. So verging Monat für Monat und Jahr für Jahr. Ich sehnte mich nach einer Aufgabe, die mich ausfüllt und für die es sich lohnt zu kämpfen.

 

Durch zahlreiche Gespräche mit anderen erkannte ich allmählich, dass ich nicht alleine bin. Ich fragte mich, wie viele Menschen frustriert im Job und somit auch im Leben sind. Ist es richtig, einen Beruf auszuüben, in dem man unglücklich ist? Soll das ewig so weitergehen, nur um es anderen recht zu machen und nicht aufzufallen? Ich entschied mich für die Antwort „Nein“ und begann zu handeln, anstatt ständig nur aus Angst vor den Konsequenzen zu verharren.

 

Zuerst galt es, Partner und Familie von der Idee zu überzeugen. Die Reaktionen waren überwiegend positiv und ich zog mein Ding Anfang 2013 durch. Das Projekt „Tiere vom Rennsteig“ konnte beginnen und so startete ich mit drei Ziegen meine Idee von tiergestützten Maßnahmen im Thüringer Wald. Viele kennen ein Arbeiten mit Hunden auf diesem Gebiet, doch ich möchte in eine andere Richtung gehen. Tiergestützte Maßnahmen sind im weiteren Sinne zu verstehen und beschränken sich nicht auf eine bestimmte Therapieform. Die Tiere werden so von mir trainiert, dass sowohl Besuche in Altenheimen und Kindergärten als auch Wanderungen als „Packziegen“ mit Touristen denkbar sind. Da Ziegen, entgegen der verbreiteten Meinung eines „dummen“ Tieres, sehr schlau und lernfähig sind, komme ich meinem Ziel trotz einer Vollzeit Arbeitsstelle täglich ein Stück näher.

 

Vielen Menschen ist der Bezug zur Natur und Tieren verloren gegangen. Die sog. Nutztiere werden massenhaft ausgebeutet. Mit drei Jahren kann so manches Kind das Tablet der Eltern besser bedienen, als zu nennen, welche Tiere es auf einem Bauernhof gibt. Man geht im Supermarkt ein verpacktes Stück Fleisch kaufen, ohne über das Leben dahinter nachzudenken.

 

Ich möchte mit der Verwirklichung meiner Idee dazu beitragen, diese Entwicklung zu verlangsamen oder wieder in eine andere Richtung zu lenken, um die Welt ein kleines Stück besser zu machen.