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Ja zum Leben

Von Kerstin Meyer

 

1999 fing eigentlich toll an. Ich hätte nie gedacht, dass sich mein Leben da grundlegend ändern sollte. Ich hatte Monate lang starke Schmerzen, mir ging es nur noch dreckig und ich hatte weder Kraft noch Lebenswillen. Man stellte fest, ich leider unter Lupus, das ist eine Autoimmunkrankheit. Der Körper bildet Antikörper gegen die eigenen Organe und will diese bekämpfen, die Nieren waren schon mittelschwer angegriffen.

 

Kerstin Meyer

 

Da saß ich nun mit 19 Jahren, wo andere feiern und das Leben genießen, stellte sich mir die Frage, wie meine Zukunft aussehen soll: Kinder? Einen Mann finden, der sich jemand aufhalst, der eventuell mal ein Pflegefall werden könnte? Arbeit? Ich konnte doch nicht mal von früh bis Mittag auf den Beinen bleiben, geschweige denn, an ein normales Leben denken. Nach zahlreichen Therapieversuchen kam nur noch eine einjährige Chemo in Frage, andernfalls hätte der Lupus die Nieren so zerstört, dass Dialyse das nächste Thema gewesen wäre. 

 

Ich hatte es echt satt. Werte immer schlechter, mir ging es trotz Therapie immer elendiger. Dann lernte ich aber meinen jetzigen Freund kennen. Ihm war das alles egal. Er hat mich dazu gedrängt, alles zu machen, was die Ärzte sagten. Plötzlich hatte ich einen ganz anderen Lebenswillen und siehe da - die Werte wurden immer besser bis zur Remission.

 

Somit hatte ich das geschafft, auch wenn das Risiko eines Aufflackerns immer da ist. Dann haben wir es gewagt und uns ein ganz altes Häuschen gekauft und es saniert. Zwar nicht so extrem edel, aber durch das jahrelange Krankschreiben war ich ja arbeitslos und die finanzielle Situation bescheiden. Aber ich habe immer gesagt, ich gebe nicht auf, irgendwann finde ich einen guten Job und nach so vielen Jahren, hat auch das geklappt. Eine Vollzeitstelle als Sekretärin, wo ich mich jeden Morgen freue, dass ich da arbeiten darf.

 

2 Punkte fehlen noch, Nachwuchs (der muss unter strenger ärztlicher Aufsicht geplant werden) und Hochzeit - davon habe ich so lange geträumt und nächstes Jahr ist es soweit. Zwar müssen wir leider alles kleiner halten und so wie ich es mir vorstelle, geht es leider vom Geld her nicht. Aber wichtig ist ja, dass ich alle Punkte, die ich mir im Leben gewünscht habe, abhaken kann.

 

Für andere ist es überhaupt nichts Besonderes. Aber ich dachte damals, ich werde nicht alt und nun starten wir sogar auf dem Papier in eine gemeinsame Zukunft und gehen diesen Weg zusammen.