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Immer wieder aufstehen

Von Elke Steinbach

 

Dies ist nur die Kurzfassung, denn es würde den Rahmen sprengen, wenn ich alles aufschreiben würde. Ich wurde 1957 geboren und mein Leben ist bis heute von Tiefschlägen und Wiederaufstehen durchzogen. Im Alter von neun Jahren erkrankte ich schwer nach einer Mumpserkrankung an Meningitis: Nach acht Wochen künstlichem Koma konnte ich nach dem Erwachen mitteilen, was alles in dieser Zeit geschehen war. Erste Reaktion meines Vater: Ich müsste eingewiesen werden. Meine Eltern ließen sich scheiden. Zurückbehalten hatte ich von dieser Krankheit allerdings nichts. Trotzdem war alles anders.

 

Elke Steinbach

 

Nach meinem Krankenhausaufenthalt machte ich auch eine Kinderkur. Aber eine Tante, der eigentlich damals schon klar war, dass ich ein wenig „anders“ war, lehrte mich in esoterischen Dingen – wie Kartenlegen, Kräuter, Magie und auch Okkultismus. Laut meiner Familie sollte ich dieses dennoch nicht publik machen, denn man könnte seltsam über uns reden. Doch in dem einen oder anderen Fall besserte ich unsere Haushaltsfinanzen damit auf, weil wir nicht mit Reichtum gesegnet waren. Ich lernte nach meiner Krankheit schon früh, den Haushalt zu führen und meine kleine Schwester zu betreuen. Wir waren arm und mein Vater zahlte lediglich den gesetzlichen Unterhalt, da er eine neue Frau hatte. Trotzdem bestand meine Mutter auf einer ordentlichen Schulbildung: Ich absolvierte die Realschule, wechselte auf eine Handelsschule, machte meinen Abschluss und absolvierte eine ganz normale kaufmännische Ausbildung beim namhaften Konzern in Köln und schloss diese erfolgreich ab.

 

Eine Serie von Schicksalsschlägen

 

Dennoch: Mein Leben gleicht einer Serie von Schicksalsschlägen. Während meiner normalen Arbeitstätigkeiten machte meine Mutter sich selbständig. Allerdings mit wenig Erfolg, obwohl ich durch sie auch ein wenig in der Welt herumkam. Die Partnerin meiner Mutter brannte mit dem Geschäftskapital durch und ich musste für meine Mutter bürgen. Es folgten Jahre harter Arbeit, da ich für die Bürgschaften zahlen musste – und das in sechsstelliger Höhe. Bereits damals konnte ich trotz normaler täglicher Büroarbeit durch Nebenjobs und Kartenlegen vieles bezahlen und begleichen.

 

Hilfe durch Kartenlegen

 

Ich wechselte auch oft die Stellen – aber immer mit dem Ziel, weiterzukommen. MUT war immer mein Thema, und jede neue Stelle war auch eine Herausforderung. Nach vielen Odysseen kam ich Anfang der 90er Jahre zu einem großen Maschinenbau-Konzern in Köln. Dort machte ich bereits kein Geheimnis mehr aus meiner Begabung. Teilweise wurde es belächelt, andererseits hatte man doch Respekt vor mir. Doch meine eigentlichen Schicksalsjahre lagen noch vor mir. Kaum hatte ich meine neue Stelle angefangen, leistete sich der Konzern einen Riesenskandal und ich wurde wieder entlassen. Ich bekam eine Abfindung  – leider hatte ich mir gerade auch noch ein Auto gekauft, doch ich kämpfte um meine Stelle und wurde als beratende freie Mitarbeiterin wieder eingesetzt. Im Bereich der Esoterik, Heilkunde und alles, was damit zu tun hat, bildete ich mich auch weiter. Ich recherchierte viel, lernte und experimentierte. Durch den Skandal bei meinem Arbeitgeber – ich war bei einem großen Tochter-Unternehmen wieder angestellt – wuchsen auch die Ängste der Kollegen vor Entlassung. Und in so einigen Fällen konnte ich hierbei durch mein Kartenlegen helfen.

 

Privat lief es auch nicht immer gut

 

Privat lief es auch nicht immer gut in dieser Zeit: Ich lebte zehn Jahre mit meinem Partner zusammen, als er fremd ging mit einer Frau aus dem Haus, in dem wir wohnten. Er kehrte aber nach anderthalb Jahren wieder zurück, da ich ja finanziell ziemlich gut da stand, und er letztlich davon profitierte.

 

Stress und Zoff im neuen Job

 

Es ging weiter im Job, doch Mitte der 90er Jahre wurde dann das Tochterunternehmen verkauft, der einen Wechsel des Standorts mit sich brachte. Und anstatt der bislang wenigen Kilometer zur Arbeit musste ich täglich hin und zurück 70 Kilometer fahren. Noch immer war ich freie Mitarbeiterin. Nach dem Konzernwechsel bekam ich dann das Angebot, in einer Abteilung wieder als Festangestellte zu arbeiten. Es war eine Stelle, um die sich keine Frau reißen würde: Mit einem Chef, der Mobbing gegen Frauen betrieb, in seinem Verhaltensmuster und seinen Aussprachen eher als asozial zu bezeichnen war, da seine cholerischen Ausbrüche auch schon mal verbal unter die Gürtellinie gingen. Dennoch war man von der Geschäftsführung her der Ansicht, ich könne das dort hin bekommen. Meine Vorgängerin hatte es nur knapp auf sechs Monate geschafft, während ich es letztlich nach gut 18 Monaten ständigen Zoffs, Durchsetzungskämpfen und Beschimpfungen auch nicht mehr aushielt. (...) Danach machte ich viele Aushilfsjobs, bildete mich aber esoterisch immer weiter. Anfang 2001 bis 2003 arbeite ich für einen Versicherungskonzern in Köln in einer befristeten Anstellung.

 

Mut zur Selbstständigkeit

 

Danach war ich absolut mutig und machte mich im esoterischen Bereich bei einem großen Internet-Anbieter selbständig und arbeitete einige Jahre dort auf der Internet-Plattform mit sehr großem Erfolg. Ich trennte mich von meinem Partner und lernte einen neuen Partner kennen. Ich verwirklichte mich selbst und zog von Köln aus in die Eifel. Ich verdiente mehr als gut. Ich wohnte in einem Fachwerkhaus mit sehr großem Garten, gestaltete und renovierte alles sehr liebevoll mit großem Aufwand. Doch auch von meinem neuen Partner wurde ich gnadenlos ausgenutzt, betrogen und abgezockt. Meine Umsätze gingen zurück, weil sich der esoterische Markt immer mehr selbst ausbeutet. Nach schwer dramatischer erneuter Trennung musste ich das gemietete Haus verlassen und wieder auf die Schnelle in eine Wohnung ziehen. Die Dramatik nahm kein Ende - durch das Mitverschulden meines Partners musste ich Insolvenz anmelden, und mein Internet-Portal schmiss mich nach sieben Jahren sehr erfolgreicher Arbeit raus, weil ich nicht nach deren Pfeife tanzen wollte.

 

Schicksalsschläge nehmen kein Ende

 

Ich stand vor dem Nichts und meldete Hartz IV an. Ich suchte mir neue Internet-Partner, aber der Markt der Esoterik ging immer weiter zurück. In den Jahren hatte ich auch immer wieder 450-Euro-Jobs und meine Kreativität nahm kein Ende. Ich wurde kreativ und machte (auch heute noch) Tischdekorationen für alle Anlässe. Allerdings stellte sich die Wohnung, in der ich wohnte, trotz hoher Miete als feucht heraus, so dass ich immer wieder richtig krank wurde.

 

Neuer Plan: Eigner Online-Shop

 

Im Jahr 2010 konnte ich endlich umziehen und zog von NRW nach Rheinland-Pfalz, um einen Neubeginn zu starten. Der erste Anlauf ging gewaltig schief: Das Haus, in das ich zog, war ebenfalls feucht. Und mit den Jahren in feuchter Umgebung bekam ich ein chronisches Dauer-Asthma. Trotzdem fing ich in Rheinland-Pfalz wieder neu an: Ich schrieb zwei Bücher (werden noch veröffentlicht), arbeitete weiter im Esoterikbereich, machte Dekoraktionen und bezog nur noch eine Art Teil-Hartz IV. Dennoch ging es mir gesundheitlich besser, obwohl das Asthma bleiben wird. Ich hatte auch einige Aushilfsjobs in der Gastronomie, doch mein Rücken streikte, bis festgestellt wurde, dass ich an Skoliose leide und diese Jobs nicht mehr machen konnte. Also konzentrierte ich mich wieder auf den esoterischen Bereich, die Dekorationen und machte weiter – ganz mutig bin ich derzeit dabei, meinen eigenen Online-Shop aufzubauen im Drop-Shippingbereich, der 2015 ans Netz gehen wird.

 

Permanente Weiterbildung trotz Geldmangels

 

In all den Jahren bildete ich mich aber immer weiter, vieles davon autodidaktisch wegen Geldmangels: Psychologie, Geschichte, Archäologie, tote Sprachen (henochisch, sumerisch). Im Okkulten Bereich, Reiki und Prana machte ich Lehrgänge und wollte auch eigentlich ein Fernstudium der Parapsychologie absolvieren, aber die Finanzen reichten nicht aus.

 

Ich bin immer wieder aufgestanden

 

2015 geht meine Insolvenz zu Ende. Ich überstand alles ohne Depression  – zwar mit gesundheitlichen Einschränken, denn wirklich gute Ernährung hat man mit Hartz IV nicht –, aber ich überlebte und gehe immer weiter. Sobald die Insolvenz zu Ende ist, starte ich wieder einmal mutig und neu durch. Ich stand nach vielen Tiefschlägen, Krisen und auch Schicksalsschlägen immer wieder auf, ich verwirklichte mich und lebe das, was ich immer war – als Hexe, spirituelle Beraterin, Lebenscoach. Auch, wenn viele mich nicht ernst nehmen, mich verstehen und akzeptieren, wenn ich mal Hilfe leistete und leiste. Es war ein langer, schwerer Weg, und es war enorm schwer, mich zu outen. Ich schwebe nicht in höheren Sphären, ich stehe auf dem Boden, denn Bodenständigkeit gehört dazu. Ich habe viele Interessen, die ich aufgrund finanzieller Dinge nicht immer leben kann, zum Beispiel Sport, Reiten, Wandern, Malen, Lesen, Tanzen und Musik aller Art, Tiere. Ich habe einen Hund, vier Katzen und schaffe es doch Monat für Monat alle durchzubringen – wenn es auch oft sehr, sehr schwer ist. 

 

Mir ist es wichtig, mir treu zu bleiben

 

Ich lasse mich niemals unterkriegen, habe keine Depressionen und stehe immer wieder auf, egal was Menschen von mir denken oder von mir halten. Mir ist es wichtig, mir selbst treu zu bleiben, zu meinen Dingen zu stehen, denn ich weiß, was ich kann. Ich kann durch mein Leben, meine guten und schlechten Erfahrungen anderen ein Vorbild sein, ihnen Mut machen. Denn kaum jemand, der mir bekannt ist, hat den Mut, sich so zu outen und sich selbst zu verwirklichen. Ich stehe zu mir, das ist mir wichtig.  Ich bin multiflexibel und habe immer Ideen. Ich habe Mut, stehe nach dem Tiefschlag wieder auf und mache weiter.