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13.10.2016

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Tipps von Insurtech-Gründer Achim Hepp

Achim Hepp, Gründer von Virado

Achim Hepp ist in diesem Jahr Jury-Mitglied beim ERGO Blog Award. Im Folgenden erzählt er von seinen persönlichen Erfahrungen als Gründer, welchen besonderen Herausforderungen er gegenüberstand und was er mutigen Jungunternehmern mit auf den Weg geben kann.

 

Du wirst in der Jury für die Online-Nominierungen zum ERGO Blog Award 2016 sitzen. Der Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf „Start-ups“ und „Gründern“. Du selbst hast Ende 2014 zusammen mit Experten aus der Versicherungsbranche das Insurtech-Unternehmen Virado in Köln gegründet. Worum geht es da genau?
Achim Hepp: Virado ist ein Service und eine App. Versicherungsmakler können damit ihre Kunden eine Vielzahl von Produkt- und Nischenversicherungen zum direkten Verkauf zur Verfügung stellen. Produktversicherungen, wie beispielsweise eine Versicherung für Smartphone und Tablet, werden gerade von jungen Kunden nachgefragt und haben die Kfz-Versicherung als Einstiegsprodukt verdrängt. Gleichzeitig haben gerade Makler dieses Produkt nicht verfügbar. Das ändern wir, und zwar an jeder Schnittstelle des Maklers zum Kunden. Vor Ort im Kundengespräch und per E-Mail, aber auch integrierbar in die Homepage des Maklers und sogar via Facebook und Chat kann Virado genutzt werden.

 

ERGO Serie: Gründergeist

 

Was waren die besonderen Herausforderungen für euch, ein Unternehmen zu gründen, das auf ganz neue Weise und mit neuen technischen Möglichkeiten in eine Traditionsbranche wie die von Versicherungen hineinspielt?
Auf der einen Seite waren sicher die noch fehlenden technischen Standards im Versicherungswesen eine Herausforderung, aber auch Chance. Auf der anderen Seite ist vielmehr das oft fehlende Umdenken zu einer Zusammenarbeit mit einem Start-up eine große Hürde. Da ist vieles im Konzern immer noch sehr langsam und der Markt draußen rennt im Vergleich dazu. Wir können da als Start-up mithalten und den Markt bedienen. Aber wenn am anderen Ende bei den Produktgebern teils noch die Bremsen angezogen sind, dann schafft das unnötige Probleme und verhindert den gemeinsamen Erfolg.

 

Welche Unterstützung hättest du dir persönlich im Nachhinein gewünscht? Oder sind die Hilfen sowohl in finanzieller als auch beratender Hinsicht – gerade von öffentlicher Hand – aus deiner Sicht ausreichend?
Es gibt durchaus viele finanzielle und beratende Unterstützung für Start-ups. Da ist es schwierig, den Überblick zu behalten. Die guten Angebote findet man oft nur durch direkte Empfehlungen von anderen Gründern. Die öffentliche Hand gibt sich zwar redlich Mühe und macht eine Initiative nach der anderen, aber mit reinen Hochglanzinitiativen ist keinem geholfen. Wichtiger wäre es, die kleinen Hürden aus dem Weg zu schaffen. Es kann nicht sein, dass dasselbe Unternehmen und Produkt einmal gefördert wird und einmal nicht – je nachdem, wie es sich klassifiziert. Beispielsweise waren wir einmal als „Versicherungsunternehmen“ nicht förderbar, wenn wir uns aber als „Technologieunternehmen“ platziert hätten, dann wäre es gegangen. Ohne jegliche andere Änderung. Das ist einfach absurd.

 

Wenn ich mich im Netz und insbesondere auf meinen Social-Media-Kanälen so umschaue, bekomme ich den Eindruck, dass sich Gründern inzwischen eine Unmenge an Möglichkeiten bietet, sich zu vernetzen und zu informieren. Allein in NRW scheint es gefühlt wöchentlich eine interessante Veranstaltung zu geben. Ist das immer hilfreich oder manchmal auch zu viel des Guten? Wie sollte man da bei der Auswahl vorgehen? Was ist dein Tipp?
Absolut! „Gründung“ und „Start-up“ sind richtige Hype-Themen, und ich bekomme wöchentlich Einladungen zu Veranstaltungen. Das ist definitiv zu viel des Guten. Früher haben wir auch versucht, viel mitzunehmen, mittlerweile sortieren wir stark aus. Das kann ich auch anderen Gründern nur empfehlen. Mein Tipp ist es, sich bei Veranstaltungen und Meet-ups größtenteils auf themenspezifische Events zu konzentrieren. Da netzwerkt man innerhalb der Branche, beispielsweise Insurtech oder Fintech, und bekommt so die wirklich nützlichen Kontakte. Bei allgemeinen und übergreifenden Events werden oft zwar nette, aber nicht zielführende Kontakte geknüpft. Ebenso sind die Informationen immer sehr breit, da sie ja alle Branchen und Gründer ansprechen sollen. Hier besuche ich nur die wirklich etablierten und größeren Events.

 

Schaust Du manchmal „Die Höhle der Löwen“? In der Fernseh-Show haben junge Gründer die Möglichkeit, fünf Investoren von ihrem Geschäftsmodell zu überzeugen. Und wenn ja, was geht dir bei der Show so durch den Kopf?
Ja, schaue ich, aber eher unregelmäßig. Ich mag das britische Original „Dragons Den“ lieber, da es mir einfach realistischer erscheint. Die deutsche Variante kommt mir mehr nach der amerikanischen Version und ist am Ende leider schon sehr auf Unterhaltung gebürstet – auch wenn der Zuschauer hier und da zumindest ein paar Grundlagen über das Gründertum lernt. Wie aber Leute vor die Kamera gehen (oder auch vom Sender gelassen werden), die im Ansatz nicht einmal ihre Zahlen kennen ... das ist mir ein Rätsel. Das ist dann echt für den reinen Unterhaltungsfaktor. Am Ende will ich aber gar nicht mal meckern – lieber halbwegs intelligente Unterhaltung bei „Die Höhle der Löwen“ als das x-te Realityformat.

 

Welche drei Begriffe/Sätze würdest Du Menschen, die ein Unternehmen gründen, mit auf den Weg geben wollen?

  • Finde ein gutes, sich ergänzendes Team.
  • Setze dir realistische Ziele.
  • und dann natürlich #machen.

Vervollständige bitte den Satz: „Wer gründet,... “
...nimmt seine eigene Zukunft in die Hand.

 

Vielen Dank, Achim, und weiterhin alles Gute und Erfolg.

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