Über das Blog

„ERGO ganz nah“ ist das Corporate Blog der ERGO Group AG.

Kontakt

Sie haben eine Frage zu „ERGO ganz nah“? Nehmen Sie Kontakt zu uns auf!

RSS-Feeds

RSS Feed Icon Immer aktuell informiert: Abonnieren Sie unsere Themen als RSS-Feeds.

RSS-Feeds anzeigen

Unsere Marken

       

       

 

Empfehlen Drucken

Weltgeschichte des Alters

Guten Tag, ich bin Gerda Blechner, fast 80 Jahre alt.

 

Weltgeschichte des AlternsFrüher arbeitete ich als Ethnologin/Psychologin in einer psychologischen Beratungsstelle für Migranten. Für die ersten Gruppen: Spanier, Italiener und Griechen beherrschte ich schon die Sprache. Für die Nachkommenden  musste ich möglichst schnell deren Sprach lernen, die ich durch Praktika in psychiatrischen Einrichtungen der jeweiligen Herkunftsländer noch vertiefte.

 

Die Jahre vergingen. Einige Ältere kehrten in ihre Heimat zurück, andere blieben. Da entstand in mir der Wunsch, mehr zu wissen über das Alter dieser Menschen in deren Heimat und bei uns und den Unterschied zwischen migrierten und nicht migrierten alten Menschen kennen zu lernen. So beschloss ich 1996 mit dem Thema zu promovieren. Dabei stellte ich fest, wie viele Vorurteile und dumme Klischees alten Menschen gegenüber vorhanden sind.

 

An dieser Stelle ein Link zu einem kurzen Video, das ich für meine crowdfunding >Plattform 100-days.net anlegte, worauf ich später zu sprechen komme.

 

 

Aus dem Gedanken „und den vorgegeben Unsinn glauben die Leute dann, weil sie keine Alternative haben“, erwuchs mein Ziel, die Forschung auf die ganze Welt auszudehnen. Es war mir klar, dass ein solches Vorhaben weit über den Renteneintritt hinaus reichen würde. Da ich das Ergebnis nicht für den „Elfenbeinturm der Wissenschaft“ schreiben wollte, sondern für die Allgemeinheit, flossen auch keine Fördergelder. Egal, es war mein Traum. Trotz vieler Ausbremsungen: finanzielle Schwierigkeiten, herausgerissene Seiten aus dringend benötigten Büchern, sture Besserwisserei von selbsternannten Experten, unsinnige Bürokratie, gefährlichen Situationen, Korruption auf allen Ebenen, Drohungen von Angehörigen alter Menschen,  unfähige Mittelsleute, einem Unfall, Falschaussagen alter Menschen aus Angst  vor der Familie, nicht auffindbare Belege, intrigante Manipulationen, totale Abschottung alter Menschen, gestohlene Unterlagen usw. Bei allem, was mich aufhielt, zurück warf, sagte ich mir: wenn nicht so, dann eben anders, es gibt immer einen Weg, sein Ziel zu erreichen.

 

Statt Belohnung für so viel Mühe folgte bei der Verlagssuche der nächste Schock: Altersthemen, nein das interessiert nicht. Das wollen die Leute nicht lesen. Jedes andere Thema nehmen wir bei ihrem Wissen gerne, aber Altersthemen......nein tut uns leid, war der durchgängige Tenor.

 

Schließlich fand ich doch noch einen seriösen Verlag, der aber über den Umfang erschrak und daher eine Mitbeteiligung von rund 14.000 Euro verlangte.

 

Da ich diesen Betrag alleine nicht stemmen kann, überlegte ich verschiedene Alternativern nach meinem Motto „es gibt immer einen Weg.“ BOD? Da dort jeder jeden Schrott veröffentlichen kann, ist damit ein so schlechtes Image verbunden, das mir mehr schaden als nützen würde.

 

Selbstverlag? Bei Einbeziehung aller Kosten, nicht nur Druck, sondern auch Lektorat, Layout, Vertrieb wäre ich in etwa bei der gleichen Summe gelandet und hätte zudem noch die Werbung allein am Hals gehabt.

 

So kam ich auf die Idee Crowdfunding, weil ich dachte, Qualität wird sicher von einigen Leuten geschätzt und gerne unterstützt. Fehlanzeige. Nur Freunde und gute Bekannte unterstützen. Da viele meiner Freunde und Bekannten aber gesundheitlich nicht mehr dazu in der Lage sind oder kein Internet und E-Mail Zugang haben, manche auch keine Kreditkarte oder Paypal, sieht es auf meinem crowdfunding-Konto noch düster aus. Firmen schrieb ich 174 an. 61 sagten ab, der Rest schwieg. Ich lasse mich trotzdem nicht entmutigen. Es wird auch hier wieder einen Weg geben, es muss einen geben. Denn der Erlös des Buches kommt den Ärmsten der Alten zugute.

 

Im Moment bin ich einfach glücklich, dass ich mich an dem Mutmacher-Award beteiligen darf. Mit meinem 20-jährigen Mantra „es gibt immer einen Weg“ möchte ich allen Mut machen, die einen Traum, ein Ziel haben, dem aber viele Hindernisse im Weg stehen. Zu diesem Satz gehören Durchhaltevermögen, Selbstvertrauen, Kreativität, Geduld und Dankbarkeit für unerwartete Möglichkeiten. Je nach Ziel, wäre technik-affin ein tolle, erfolgreiche Beigabe, die mir leider fehlt.

 

Um zu zeigen, wie spannend so eine „Weltgeschichte des Alters“ ist und nicht „altbackenes Zeug“ enthält, möchte ich Ihnen noch einen kleinen Einblick darin geben.

 

Die Einteilung der Thematik erfolgte nach Kontinenten und innerhalb derer nach Regionen (Süd, West, Ost, Nord) und den entsprechenden Ländern. Dabei griff ich auch bisher Vernachlässigtes auf wie die Einstellung zur Altersexualität im Laufe der Menschheitsgeschichte. Aphrodisiaka, die die Manneskraft bis ins hohe Alter erhalten, hatten in vielen Kulturen einen hohen Stellenwert. In unseren Altersheimen dagegen: Sex als eigener Entscheidungsfreiraum.....nein danke!

 

Weiter war mir wichtig die Behandlung von Altersbeschwerden, die bei der Altersforschung bisher nie beachtet wurden. Schließlich gehörte zum Altwerden immer eine robuste Gesundheit, so dass der Schwerpunkt auf dem Erhalten einer solchen liegen musste. Dies wiederum bedeutete, es war wichtig, in der Heilkunst geschult zu sein. Der Wissensstand  an Heilkräutern gegen entzündliche und schmerzhafte Altersleiden war in allen Ländern hoch. Vieles davon ist heute wissenschaftlich belegt. So hilft z.B. das Öl des Immergrüns tatsächlich gegen Rheuma, Arthritis, Gicht. Es wird über die Haut aufgenommen und entfaltet in den dort liegenden Nerven eine anästhetische Wirkung, verhindert die Ansammlung von Harnsäure und beschleunigt den Abtansport von Giftstoffen.

 

Allerdings wurden und werden funktionale Veränderungen nicht überall gleich wahrgenommen. Als Altersleiden galten und gelten fast überall  Augenleiden, die wir hier als grauen oder grünen Star  und Makuladegeneration bezeichnen. Dann Gelenkbeschwerden (Arthose, Rheuma,Gicht) sowie Schlaganfall und seine Folgen. Nicht jedoch unbedingt Demenz. Nur in Ägypten wurden sogar graue Haare und Falten als Krankheit empfunden, gegen die man verschiedene Mittel einsetzte. Anti-Aging ist also kein Produkt unserer Zeit.

 

Aber haben Sie sich auch schon mal Gedanken darüber gemach, wie sich Judentum, Christentum, Hinduismus, Buddhismus, Islam auf die alten Menschen auswirkte und auswirkt? Nicht so, wie Sie es oft hören.

 

Und wie war es in den Hochkulturen? In allen frühen und späten Hochkulturen auf der Welt wechselten die Einstellungen zu den Alten mit den jeweiligen Dynastien und Regierenden. Und wie das wechselte!!! Nicht selten von 0 auf 100 und umgekehrt.

 

Vom neueren Europa kennen Sie sicher die Hexenverfolgungen. Doch wissen Sie auch etwas von den billig versteigerten Alten?

 

Oder möchten Sie in einem Land leben, in dem nur die Erstgeborenen ein Leben lang, also auch im Alter, geachtet wurden, die anderen nicht?

 

Die Frage, ob alte Frauen und alte Männer gleich behandelt wurden, steht auch noch an. Nein – wurden sie nicht. Die schlecht Behandelten wussten sich jedoch oft zu helfen, weit mehr als heute.

 

Außerdem werden Sie staunen, dass in Samoa schon vor 1000 Jahren das Alter die Dosis an Heilmitteln bestimmte, während bei uns oft im Unverstand alten Leuten Medikamente verschrieben werden.

 

Auch von Südafrika könnte Europa lernen. Dort wird genau geprüft, welche alten Leute zusammenpassen, während in Europa Gruppendynamik in Altersheimen kein Thema ist. Dann fragen sich die Zuständigen hilflos, warum sich die Senioren beim Essen unter dem Tisch mit den Füßen attackieren.

 

Misshandlungen von alten Menschen sind dagegen kein europäisches oder gar deutsches Problem. Wir finden sie so gut wie überall und erschrecken, mit welcher Brutalität hier vorgegangen wird.

 

Ach so, Sie wollen noch wissen, was 6-er Leute sind oder warum die Senioren in arabischen Ländern schneller altern und welches Land alte Gesetzesbrecher am mildesten behandelt?

 

Das Buch verrät es.