Über das Blog

„ERGO ganz nah“ ist das Corporate Blog der ERGO Group AG.

Kontakt

Sie haben eine Frage zu „ERGO ganz nah“? Nehmen Sie Kontakt zu uns auf!

RSS-Feeds

RSS Feed Icon Immer aktuell informiert: Abonnieren Sie unsere Themen als RSS-Feeds.

RSS-Feeds anzeigen

Unsere Marken

       

       

 

Empfehlen Drucken

Das ist mein Leben

Von Carolin Bertram

 

Carolin BertramEs war nicht der erste Tag an dem ich ans Aussteigen dachte. Aber es war der Tag, an dem ich es tat. Mental. Bis zu meiner tatsächlichen Kündigung sollten noch 11 Monate vergehen.

 

Ich hatte vorher schon mit dem Gedanken gespielt, hatte mich über ein Jahr zuvor sogar beworben und mehrere Vorstellungsgespräche. Aber da wusste ich noch nicht, wohin ich eigentlich wollte. Zu dem Zeitpunkt wollte ich weg.

 

Vermutlich war ich auch deswegen mit keiner der mir angebotenen Stellen zufrieden. Irgendwie waren sie ja doch alle so wie der Job, den ich bereits hatte. Vielleicht etwas besser bezahlt, vielleicht aber auch arbeitsintensiver.

 

Aber an diesem Dienstag im September wurde mir bewusst, dass ich nicht nur von etwas weg wollte, sondern zu etwas hin:

 

Weg von der Vollzeitstelle hin zu einem Leben, in dem ich im Mittelpunkt stehe. Eine Woche hat 168 Stunden. Wenn ich jede Nacht 7 Stunden schlafe, bleiben noch 119 Stunden übrig. Davon arbeite ich regulär 40 (macht noch 79) und bin jeden Tag zwei
Stunden mit der Hin- und Rückfahrt zur Arbeit beschäftigt (macht bei einer Fünf-Tage-Woche noch 69 Stunden). Ach ja, die Mittagspause von einer Stunde habe ich vergessen. Die Tatsache, dass ich häufig 20 Minuten früher im Büro war, lassen wir jetzt mal aus.

 

Rechnen wir jetzt das Wochenende ab (minus 34 Stunden - die 14 Stunden Schlaf waren ja schon weg), bleiben 30 Stunden unter der Woche übrig, in denen ich das tun konnte, was ich wirklich wollte. Und duschen. Und kochen. Und putzen.

 

Von den sechs Stunden am Tag blieb also nicht mehr so viel übrig. Oder anders gesagt: Von 168 Stunden blieben mir im wachen Zustand 64 Stunden pro Woche zur freien Verfügung. Und diesmal inklusive Wochenende. Ganz schön traurig.

 

Ende August 2016 war es dann soweit. Ich kam gerade aus dem Urlaub wieder und war eigentlich super erholt. Aber wenn in einer Firma nur zwei Leute arbeiten und eine Person (in diesem Fall der Chef) erst einmal drei Tage weg ist, wenn die Mitarbeiterin aus dem Urlaub wiederkommt, kommt keine rechte Freude auf.

 

Mir fielen meine Gedanken vom letzten Jahr wieder ein. Ich habe in der Mittagspause meinen Mann angerufen, wir haben geredet und dann habe ich den Schlussstrich gezogen - meine Kündigung eingereicht (bzw. erstmal nur auf den Schreibtisch meines Chefs gelegt, er war ja nicht da).

 

Ich mache mich selbstständig. Ich habe selbst gekündigt, erhalte also die ersten zwölf Wochen meiner Arbeitslosigkeit kein
Arbeitslosengeld. Ich habe kaum Ersparnisse, aber einen Mann, der dafür sorgt, dass wir nicht unter der Brücke schlafen müssen.

 

Ich habe in den letzten Jahren sowieso sämtliche Bachelor-, Master- und Diplomarbeiten in meinem Umfeld Korrektur gelesen. Ich habe SEO-Texte geschrieben und den Firmenblog befüllt. Ich kann kreativ schreiben, aber auch nutzenorientiert.
Ich werde meinen Lebensunterhalt also mit dem verdienen, was ich gerne tue. So fällt mir das Aufstehen morgens leichter.

 

Und ich möchte anderen von meinen Erfahrungen berichten. Warum ich nicht mehr täglich in ein Büro gehe und daran arbeiten, dass sich das Lebensziel von jemand anderem erfüllt. Das hier ist nämlich mein Leben.