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Keramikmalstudio „Alles Paletti“

Von Bettina Lütjen und Sabine Spuhl

 

Meine Freundin sagte im Herbst 2013 zu mir: Wir gehen nächste Woche in ein Porzellancafe, kommst Du mit? Ich dachte an einen netten Nachmittag mit Torte und Kakao und ging natürlich mit. Vor Ort staunte ich nicht schlecht, als es vielmehr darum ging, Porzellan zu bemalen. Aus Rohware etwas einmaliges, Eigenes zaubern. Kreativ war ich schon immer und so brachte ich meine Farben entspannt und mit Freude auf meinen Teller. Ich stellte schon an diesem Tag fest, dass man dabei alles vergisst und sich nur auf die Sache konzentriert.

 

So trank ich meinen Kakao später genüsslich zuhause auf meinem Sofa und sollte diese faszinierende Tätigkeit des Porzellanmalens nie wieder vergessen.

 

Bettina LütjenAls ich nach ein paar Tagen mein fertig gebranntes Kunstwerk abholen konnte, war ich einfach nur stolz & glücklich. Einige Teller, Tassen und Vasen in meinem Schrank später und eine Menge mehr an Kilometern auf dem Tacho meines kleinen Autos war der Entschluss gefasst: Ich eröffne ein eigenes Keramikmalstudio. Ich wollte diese entspannte Atmosphäre gerne weitergeben und auch selber leben. 

 

Bei einem Abendessen mit unseren Freunden erzählte ich von meiner Idee und innerhalb von 10 Minuten war klar, dass ich das Geschäft mit meiner Freundin Sabine gemeinsam eröffne und wir unseren Traum verwirklichen. Unsere beiden Männer sicherten uns die Unterstützung sofort zu. Beide in Schreibtischjobs an den Computer gebunden, wollten wir es wagen, uns zumindest in Teilzeit selbstständig zu machen.

 

Der Plan: Selbstständig in Teilzeit

 

Jetzt ging der Spaß erst richtig los, denn kein Kreditinstitut wollte an uns glauben: Wir schrieben einen Businessplan, rechneten rauf und runter, besuchten Lehrgänge und brachten alle Unterlagen bei. Nachdem die Banken uns allesamt bescheinigten, wie klasse unsere Papiere sind und wie gut das Vorhaben geplant sei, gaben sie uns – kein Geld!

 

Sabine SpuhlDa war der Mietvertrag für unser kleines Ladengeschäft gerade unterschrieben… Wir ließen uns nicht unterkriegen, planten weiter, setzten unser beider Privatvermögen ein und unser Studio nahm Formen an. In einem schwedischen Möbelhaus fanden wir unsere Lieblingsschränke – günstig in der Fundgrube. Wir recherchierten lange nach der Einkaufsmöglichkeit für günstige Rohware und den Brennofen. Wir ließen uns viel Zeit, um alles in Ruhe zu planen. Irgendwie hat immer alles geklappt, weil wir die ganze Zeit an unser Vorhaben geglaubt haben.

 

Eröffnung am 8. August 2015

 

Am 8. August dieses Jahres haben wir eröffnet. Wir arbeiten seitdem in unserem Wunschumfeld, wenn zunächst auch nur in Teilzeit. Die glücklichen Gesichter unserer Kunden bestätigen uns Tag für Tag, dass wir alles richtig gemacht haben. Wir arbeiten jetzt zum Beispiel mit geistig eingeschränkten Menschen, die sich bei der Malerei verwirklichen können. In unserem Ort gibt es ein Taubblindenwerk, dessen Bewohner mit ihren Betreuern zu uns kommen. Viele Kinder feiern ihren Geburtstag bei uns, fremde sitzen beieinander und Familien sitzen stundenlang an einem Tisch und sprechen miteinander, malen und Lachen. Sogar das Handy wird vergessen…

 

Keramikmalstudio Alles PalettiSich in Geduld üben...

 

Keramik bemalen geht nicht übers Internet und bis das eigene Stück gebrannt ist, muss man ein paar Tage warten. So wie früher – auf die Abzüge des 36er Film im Fotofachgeschäft. Einige Kinder kennen dieses Gefühl gar nicht, weil sonst immer alles sofort und schnell geht.

 

Das Leuchten in den Augen eines jeden Kunden macht uns Glücklich. Wir waren noch nie so zufrieden und wir sind noch nie so gerne zur Arbeit gegangen wie seit dem 8. August 2015. Eine Kundin sagte mal zu uns, eigentlich müsste es das auf Krankenschein geben…

 

Ein weiterer Tisch und ein weiterer Brennofen

 

Ein mögliches Preisgeld würden wir voll dazu nutzen, unseren kleinen Laden mit etwas mehr Lagerware zu bestücken und auch dazu, um die kleinen Preise konstant niedrig zu halten, um diese schöne Sache auch für Leute anbieten zu können, die nicht soviel Geld haben. Wenn der Kundenstrom nicht abreißt, soll langfristig ein weiterer Tisch dazu kommen und ein weiterer Brennofen.