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Ein Brief an mein Leben

Von Sarah Raffelsiefer

 

SonnenuntergangMein liebes Leben,

 

ich schreibe Dir heute diesen Brief, weil ich Dir ein paar wichtige Dinge mitzuteilen habe. Es geht dabei um unsere Beziehung.

 

Du und ich, wir hatten hier und da eine schöne Zeit. Aber immer mal wieder ging alles schief und ich hatte das Gefühl, Du würdest mir entgleiten. Dann war ich oft wütend, traurig und frustriert. Ich habe Dir oft daran die Schuld gegeben und habe gedacht (oder wollte denken), dass Du der Böse in unserer Beziehung bist. Manchmal habe ich Dich sogar gehasst. Für das wovon ich dachte, dass Du es mir antust.

 

Ich möchte aber hier und jetzt meinen ganzen Mut zusammen nehmen und Dir offen gestehen: In Wahrheit bin ich die von uns beiden, die es uns immer wieder schwer machte.

 

Ich habe immer das getan, was Lehrer, Familie, Freunde und die Gesellschaft von mir verlangten. Dabei habe ich nicht gemerkt, dass Du mir die ganze Zeit lang Signale sendest um mir zu sagen: Das ist nicht dein Ding, meine liebe Sarah!

 

Immer wieder kamst Du zu mir und wolltest mir von einem anderen Weg erzählen, den ich gehen könnte. Einen Weg, von dem mir alle anderen sonst abraten würden, weil er waghalsig und nicht konform ist.

 

Aber ich konnte Dich nicht hören, weil ich zu sehr damit beschäftigt war wütend zu sein. Ich dachte mein Unglücklich-Sein käme daher, dass Du es mir schwer machen wolltest. Ich dachte immer Du schuldest mir was. Ich hatte das Gefühl von Dir nie das zu bekommen, was ich wollte.

 

Erst vor einer Weile habe ich begriffen, dass Du mir stattdessen alles gibst was ich brauche. Dass Du dafür im Gegenzug nicht viel von mir benötigst. Dass Du nur von mir angenommen und geliebt werden willst. Dass Du mir die ganze Zeit lang schon zeigst, wo es bei mir hakt und wie ich es besser machen kann.

 

Ich sehe ein, dass ich etwas ändern muss. Denn Du bist das Wertvollste was ich besitze und ich will nicht, dass Du irgendwann kaputt gehst.

 

Mir ist es wirklich ernst mit uns Beiden. Um Dir das zu zeigen, habe ich unsere Liste herausgekramt. Erinnerst Du Dich daran? Unsere Liste, die wir vor ein paar Monaten beide so tollkühn und mutig geschrieben haben? In diesem einen flüchtigen Moment, in dem wir uns ganz nahe waren.

 

Ein paar Punkte davon habe ich seitdem bereits geschafft.

 

Was ich 2015 und 2016 tun will.

 

  1. Ein Jahr Auszeit vom Studium nehmen und als Backpackerin die Welt bereisen
  2. 5 kg abnehmen -> erledigt
  3. Einen eigenen und sinnvollen Blog zum Thema Mut und Bildung für Blogger starten, mit dem ich andere Menschen informiere, motiviere und inspiriere
  4. Aus meinem Blog ein Business machen um davon irgendwann leben zu können
  5. Einen Berg besteigen (bis nach ganz oben!!!)
  6. Eine totale Mondfinsternis beobachten -> erledigt
  7. Ganz viele Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge am Meer sehen
  8. Mein Gewerbe anmelden und meine Selbstständigkeit starten -> erledigt
  9. Tauchen lernen und in einem Korallenriff tauchen
  10. Einen eigenen Youtube-Kanal zu meiner Reise machen
  11. Unter einem freiem Sternenhimmel schlafen -> erledigt 
  12. Ein Buch schreiben und publizieren
  13. Polarlichter beobachten

 

Mein liebes Leben, ich will Dir hier und jetzt versprechen, dass ich die anderen Ziele auf unserer Liste unserer Beziehung zu Liebe tun werde. Du bist es mir Wert.

 

Mir ist klar, dass das alles nach hinten losgehen kann. Ich werde mit wenig Geld auskommen müssen. Mir könnten Dinge begegnen, die mir nicht gefallen. Ich könnte irgendwo in der Fremde stranden. Vielleicht komme ich nie mehr zurück. Und wenn ich wieder komme, werde ich ein ganz anderer Mensch sein. Vielleicht werden auch die Menschen in  meiner Heimat und die Welt an sich ganz anders sein. Ich werde meine Freunde eine lange Zeit nicht sehen und sie werden nicht wollen, dass ich gehe. Und meine Familie wird sagen, dass es für mich sicher wäre, wenn ich erstmal brav und konform mein Studium durchziehe, arbeiten gehe bis zur Rente und erst dann anfange zu reisen. So, wie sie es selber getan haben und tun.

 

Alle diese Wenns und Abers machten mir eine Zeit lang Angst. Bis ich merkte, dass ich nicht auf meine Angst, die Gesellschaft und meine Mitmenschen hören möchte.

 

Ich bin viel lieber mutig und höre auf Dich. Denn Du hast mir gezeigt, dass Konformität und das Hamsterrad überhaupt nicht mein Ding sind. Du hast mir gezeigt, dass ich viel lieber eine Selbstständige sein, und selbstbestimmt meinen eigenen Weg gehen will. Du kennst mich nur zu gut, während ich mich selber manchmal verliere und mir ein Rätsel bin.

 

Dafür bin ich Dir übrigens sehr dankbar.

 

Mein geliebtes Leben, Du wartest schon seit über 25 Jahren darauf, dass ich Dich endlich abhole. Ich weiß, dass Du nicht ewig auf mich warten kannst. Unsere Zeit ist begrenzt. Und deshalb warte ich nicht weiter. Ich werde dir jetzt offen diesen Brief zukommen lassen und mich auf den Weg machen. Ich weiß, dass Du dort auf mich wartest.

 

Ich weiß, dass wir beide ein Dream-Team sind, wenn ich mich voll und ganz auf Dich einlasse und Dir vertraue. Wenn alles andere wegbricht bist Du das, was übrig bleibt. Und deshalb lohnt es sich immer für sein eigenes Leben zu kämpfen und Wagnisse dafür einzugehen. Ich bin bereit dafür.

 

Deine Sarah