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5.10.2015

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8 Fragen an einen Coach für Selbstverwirklichung

Elias Fischer

Mut, Aufgeschlossenheit und Kraft: Was Selbstverwirklichung in der konkreten Umsetzung bedeutet, darüber konnte man sich bei den Bewerbern von #DeinWeg 2014 ein eindrucksvolles Bild machen. Doch was spielt noch hinein in die Entscheidung, Neues zu wagen? Wir haben einen gefragt, der Antworten darauf weiß: den Berliner Selbstverwirklichungs-Coach Elias Fischer.

 

Herr Fischer, „Selbstverwirklichung“, das Wort klingt nach einer von vorne bis hinten durchdefinierten Sache mit einem klaren Start- und Zielpunkt. Dabei dürfte es sich in der Regel um einen Prozess mit ungewissem Ausgang handeln. Wie definieren Sie als Coach für Selbstverwirklichung den Begriff?

Ich kann sogar einen klaren Start- und Zielpunkt nennen. Der Startpunkt ist einfach mein aktueller Entwicklungsstand, so wie ich jetzt bin und lebe. Dann gibt es da natürlich eine Sehnsucht, ein Bedürfnis oder einen Wunsch, der eine Veränderung bewirken will. Das Ziel ist der Einklang mit dem eigenen Herzen. Das ist für mich der Zustand, wo ich mich und mein Leben voll und ganz annehme, zufrieden damit bin und es keinen Wunsch mehr gibt, der es verändern will.

 

Dieser innere Zustand des Einklangs bedeutet nicht, dass es keine Veränderung mehr im Leben gibt. Man hat nur gelernt, sich der Einfachheit des Lebens hinzugeben. Es gibt nichts zu kontrollieren. Unser Weg steht zu einem Teil fest und wir müssen den Weg einfach nur noch gehen. Das ist so ähnlich wie bei einer Pflanze, wo alle Informationen für das Wachstum schon im Samen enthalten sind.

 

Der laufende Prozess der Selbstverwirklichung ist also kurz gesagt: Das Erkennen der Stimme des Herzens und das Folgen dieser Hinweise. Was das nun genau für jeden Einzelnen bedeutet, ist immer verschieden und nur der Mensch selbst weiß es.

 

Stehen vor „Selbstverwirklichung“ nicht immer auch „Selbsterkenntnis“ und „Selbstbestimmung“?

Ja. Die Selbsterkenntnis geht mit der Selbstverwirklichung einher und ist ein Teil davon. Wir machen etwas und lernen gleichzeitig auch immer mehr über uns selbst. Ich habe nicht den Anspruch, dass jeder erst sich selbst komplett erkennen muss, um sich dann zu verwirklichen.

 

Ich sehe es praktischer: Wir können auch mal einen Schritt in die „falsche“ Richtung gehen, um dann einfach nur zu erkennen, dass das nicht zu unserem Weg gehört. „Learning by doing“. Das macht auch wesentlich mehr Freude und ist lebendig. Es gibt also keine Fehler, sondern nur Möglichkeiten, unsere Wahrheit zu erkennen.

 

Die Selbstbestimmung ist immer da und beruht im Prinzip nur auf einer Erkenntnis: „Ja, ich kann und darf das Leben führen, das sich für mich total richtig anfühlt, wo mein Herz zu lachen beginnt und ein Strom von Lebendigkeit durch meinen Körper zu fließen beginnt.“

 

Warum genau suchen die Menschen Ihre Hilfe?

Sie wissen nicht, was sie wollen. Sie trauen sich nicht, ihre Träume zu realisieren oder sie wissen nicht, wie. In meinen Workshops zeige ich ihnen Wege, wie sie sich mit sich selbst wieder verbinden können, um die Stimme des Herzen besser hören zu können. Es gibt viele Reflexionsübungen, mit denen man mehr über sich selbst erfährt. Gedanken und Vorstellungen, die einem vorgaukeln, wie man zu sein und was man zu tun hat, können einem so bewusst werden. Im Licht der Aufmerksamkeit wird die Selbsttäuschung entlarvt und das Herz kann stärker durchstrahlen. Der Mensch bekommt dadurch ein Gefühl für sich selbst.

 

Eine tolle Übung, um einen Wunsch zu überprüfen, ist die Beantwortung der Frage: „Was soll es mir geben?“ Dadurch werden wir uns bewusst, was wir uns von dem Wunsch erhoffen. Wir sehen dabei auch klar, ob wir uns selbst betrügen oder dieser Wunsch wirklich im Einklang mit unserem Herzen ist.

 

Die Übungen im Allgemeinen und das entstehende Feld auf den Workshops sorgen dafür, dass Antworten vom Herzen zu den wichtigsten Lebensfragen klarer ins Bewusstsein rücken können: Wer bin ich? Was will ich? Was ist meine Aufgabe?

 

Was sind aus Ihrer Praxiserfahrung die größten Hindernisse oder Barrieren, ausgetretene Pfade zu verlassen und neue Wege zu beschreiten?

Die Angst. Viele werden von einer rein psychischen Angst zurückgehalten. Sie basiert meistens nicht mal auf real erlebten Erfahrungen, sondern allein auf Gedanken. Wir haben einfach nur gesagt bekommen, dass wir das nicht schaffen, dass dieses, jenes oder sonst was passiert. Das sind alles Illusionen, die wir selbst nicht bestätigen können und trotzdem haben sie so eine große Macht über uns.

 

Mein Rat geht einfach nur dahin, sich von diesem Moment an nicht mehr einschüchtern zu lassen. Das Leben kann wesentlich anders sein, als es Eltern, Lehrer, die Medien und Politiker erzählen. Nichts davon muss wahr sein und wir sind selbst in der Lage, die Wahrheit unseres Lebens zu definieren. Damit gestalten wir nämlich unsere Zukunft: Was du denkst und fühlst wirkt sich auf dein Leben aus, ob du willst oder nicht.

 

Das einzige Hindernis ist also die Angst in all ihren Erscheinungsformen: Angst vor dem Unbekannten, Angst zu scheitern, Angst vor der eigenen Größe und Stärke und die Angst, ausgeschlossen zu werden.

 

Wie planbar ist „Selbstverwirklichung“ aus Ihrer Sicht? Welche Eigenschaften sollte man hierfür mitbringen bzw. entwickeln?

An der Oberfläche kann man natürlich ein wenig planen. Die Wahrheit ist jedoch, dass es grundlegend wirklich nichts zu planen gibt. Ich bekomme einen Impuls des Herzens, etwas zu machen oder etwas zu beenden, und das fühlt sich einfach richtig an. Dann geht es nur noch darum, diese Veränderung im Leben zu realisieren. In dieser Umsetzung kann es sicherlich gut sein, das ein oder andere zu planen.

 

Die grundlegende Richtung unseres Lebens kommt aber vom Herzen, und das hat seinen eigenen Weg. Es schert sich nicht um unsere Pläne, die wir mit dem Verstand gemacht haben, schon gar nicht, wenn sie aus einem Sicherheitsbedürfnis heraus entstanden sind. Das Herz sehnt sich nach Abenteuer und Wachstum. Es ist weder rational noch logisch, sondern ziemlich verrückt. :-)

 

Im Rahmen dieser Umsetzung können die Eigenschaften Mut, Geduld, Vertrauen, Ausdauer, Kontinuität und Disziplin sinnvoll sein. Am besten ist es, neue Gewohnheiten in sein Leben zu integrieren, um das Leben in kleinen Schritten der eigenen Wahrheit immer weiter anzupassen.

 

Mutige Menschen stoßen bei der Umsetzung ihrer Ideen auch im privaten Umfeld nicht immer auf Begeisterung. Wie kann man Ihrer Meinung nach damit umgehen? Haben Sie konkrete Tipps?

Das ist die Angst davor, ausgeschlossen zu werden. Ich kann diese Menschen beruhigen. Erstens ist es normal, das einen ängstliche Menschen von mutigen Ideen abbringen wollen. Zweitens ist es so, dass man neue mutige Menschen in seinen Freundeskreis zieht, wenn man den eigenen mutigen Idee treu bleibt.

 

Wir ziehen immer Menschen an, die so sind, wie wir selbst. Wenn wir uns selbst verändern, verändert sich auch meist unser Freundeskreis. Ich kann das jedenfalls bestätigen. Das Schöne daran ist, dass diese Menschen einen selbst noch mehr darin bestätigen, das eigene Ding zu machen.

 

Ich empfehle also, der eigenen Stimme der Richtigkeit treu zu bleiben. Gerade in der Umbruchphase braucht man Geduld, bis man weiß, was man will und dies dann in sein Leben zieht, wie z.B. neue Freunde und Menschen, die einen dabei unterstützen. Man kann sich diese Kontakte natürlich auch bewusst suchen und Menschen befragen oder um Hilfe bitten, die schon da sind, wo man hin will.

 

Letztlich ist es das Vertrauen zum eigenen Herzen und ob man die ganzen Schwierigkeiten als Test sieht, ob einem die eigene Selbstverwirklichung das Wichtigste im Leben ist, denn das sollte sie sein.

 

Wer viel wagt, doch nicht immer gewinnt! Wie begegnet man aus Ihrer Sicht dem Thema „Angst vor dem Scheitern“ am besten?

Wir können da die Dramatik rausnehmen und es aus einem anderen Blickwinkel betrachten: Das Leben ist ein Spiel und wir können nur an Erfahrung gewinnen. Und so ist es ja im Prinzip auch. Wenn wir scheitern, machen wir die Erfahrung, wie es in der Umsetzung nicht funktioniert. Eine Ebene tiefer können wir auch prüfen, ob dieses Vorhaben überhaupt zu unserem Weg gehört. Was erhoffen wir uns davon? Vielleicht muss es auch in einer anderen Form geschehen oder an einem anderen Ort.

 

Es gibt also kein Scheitern, sondern nur ein Gewinnen an Erfahrung. Was ist wirklich so schlimm, dass wir es nicht wagen sollten? Da fällt mir aus heutiger Sicht nichts ein. Wir sind schlau, kreativ, können uns Wissen aneignen, planen, Feldversuche starten, uns Feedback einholen, uns beraten lassen und Dinge testen. Erfolg lässt sich also auch ein Stück weit vorausbestimmen. Der sicherste Ratgeber ist dabei immer noch das eigene Herz.

 

Abschließend noch die Frage: Wie wichtig ist Deiner Ansicht nach der Faktor „Glück“ bei der Realisierung einer neuen Idee?

Ich tue die Dinge nicht, um glücklich zu werden. Das ist eine falsche Herangehensweise. Wahre Selbstverwirklichung schließt für mich ein, dass ich mein Leben, so wie es jetzt ist, voll und ganz annehme. Erst dann kann ich es auch wirklich verändern, weil ich die ungewollten Aspekte in mir selbst finde. Mein Leben gestaltet sich durch mich: Durch meine Gedanken, Vorstellungen, Gefühle, Taten und Entscheidungen. Glück ist aber durchaus etwas, das von selbst als Nebenprodukt da ist, wenn ich im Einklang mit mir selbst bin und meinen eigenen Weg im Leben gehe.

 

Ich tue die Dinge einfach nur, weil ich Freude dabei habe und sie Sinn für mich machen. Das ist mein Rezept für „Glück“.

 

Der Blogger, Buchautor und Coach Elias Fischer unterstützt Menschen auf ihrem Weg zu einem selbstbestimmten Leben. Unter lebeblog.de schreibt er über alle Themen, die ihm in diesem Zusammenhang wichtig erscheinen. Sein Motto: Lebenssinn durch Selbstverwirklichung!

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