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21.8.2014

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Ein Tag als ERGO Mitarbeiter in Vietnam

Henry Schoenball in seinem Büro in Vietnam

Vom vergleichsweise beschaulichen Düsseldorf mit „nur“ 600.000 Einwohnern bin ich für einen Job als Projektmanager nach Ho-Chi-Minh-Stadt mit mehr als 8.000.000 Einwohnern gezogen. Ho-Chi-Minh-Stadt ist das ehemalige Saigon. Gemeinsam mit Gerard Lee, einem ERGO Kollegen aus Singapur, und den Kollegen des vietnamesischen Versicherers Global Insurance Company (GIC) arbeiten wir daran, das Unternehmen zu einem der führenden Schaden-Unfall-Versicherer in Vietnam aufzubauen.

 

Ein kleiner Einblick in meinen spannenden Alltag:

 

Good morning Vietnam! Die Tage beginnen zeitig. Sehr viele Vietnamesen stehen bereits um fünf Uhr morgens auf. Da die meisten beengt auf kleinem Raum wohnen, spielt sich ein Großteil des Lebens außerhalb der Wohnung ab. Schon gegen sechs Uhr sind die Straßencafés und Restaurants gut gefüllt. Häufig stehen nur ein paar niedrige Plastikhocker und Tischchen direkt auf den Gehwegen. Das Standardfrühstück ist die Suppe Phở. Das Nationalgericht aus einer klaren Brühe, Reisnudeln, Frühlingszwiebeln und Koriander sowie Rind- oder Hühnerfleisch schmeckt. Man kann es zu jeder Tageszeit an vielen Straßenecken kaufen. Dazu gibt es den obligatorischen Eiskaffee. Aufgrund der hohen Temperaturen ist der bei uns übliche heiße Kaffee oder Tee hier eher ungewöhnlich und seine Bestellung löst stets etwas Verwunderung aus.

 

Meer der Millionen Motorroller

 

Bei der Fahrt mit dem Taxi ins Büro gleitet man durch das Meer der Millionen Motorroller. Prinzipiell gelten die gleichen Verkehrsvorschriften wie in Europa – nur hält sich keiner daran. In der Rush-Hour werden dann alle befahrbaren Flächen genutzt. Das sind zum Erschrecken von Touristen auch Fußwege und jeglicher sonstiger befahrbarer Untergrund. Das Überqueren von Straßen ist für den, der es nicht gewöhnt ist, eine echte Herausforderung. Eine Lücke im Verkehr zu finden, kann an manchen Stellen Stunden dauern. So bleibt nur „Augen zu und durch“. Und es funktioniert. Man wird nicht über- sondern nur umfahren. Doch das kostet Überwindung - gerade am Anfang.

 

Arbeiten in einer Schreibtischbox

 

Die Arbeit im Büro beginnt um acht Uhr. Von den aktuell 550 Mitarbeitern arbeiten 120 am Hauptsitz in Ho-Chi-Minh-Stadt. In dem Großraumbüro hat jeder Mitarbeiter als Arbeitsplatz nur eine kleine Schreibtischbox von etwa einem Meter Breite. Aber da hier alle knappen Platz gewohnt sind, ist das kein Problem. Mein Arbeitstag beginnt wie in Deutschland mit E-Mails. Allerdings spielt das Telefon hier nur eine geringe Rolle. Bei 120 Leuten auf engem Raum ist die direkte Kommunikation recht einfach. Und es wird grundsätzlich weniger diskutiert. Absprachen werden sehr gern schriftlich fixiert und am besten unterschrieben und gestempelt.

 

Regelmäßige Telefonkonferenzen mit Singapur

 

Nach den Tagesvorbereitungen steht heute wieder eine Videokonferenz mit dem ERGO Regionalmanagement in Singapur an. Das Team dort hat schon die Akquise von GIC durchgeführt und ist nun für die weitere Expansion und das Management der ERGO Beteiligungen in Südostasien zuständig. Heute werden die neuesten Vertriebsinitiativen und -zahlen sowie der Status der aktuellen Projekte besprochen.

 

Obligatorischer Mittagsschlaf

 

Fürs Mittagessen bringt etwa die Hälfte der Kollegen die für viele Länder in Asien typischen Essensboxen mit. Das sind kleine gestapelte Metallschalen. Eine Schale enthält den obligatorischen Reis und ein, zwei weitere Schalen Fleisch oder Gemüse. Die anderen Kollegen suchen eines der vielen Restaurants in der Nähe des Büros auf. Für alle gilt, dass das Mittagessen in der Regel nur 10 bis 15 Minuten dauert. Der Grund für die Eile ist nicht etwa die Arbeit sondern der traditionelle Mittagsschlaf. Bis auf wenige Ausnahmen schlafen die meisten Kollegen die verbleibenden 45 Minuten der Mittagspause auf Stühlen und Tischen oder wo sonst gerade Platz ist. Vielleicht ist das auch der Grund, dass sie trotz sehr zeitigen Aufstehens nicht übermüdet sind. Und auch sonst wird in Vietnam trotz der vielen offensichtlichen Probleme und scheinbaren Ungerechtigkeiten nur wenig geklagt.

 

Probleme werden offen und direkt angesprochen

 

Nach der Mittagspause ist dann ein Workshop mit den Vertriebskollegen aus den Niederlassungen vorzubereiten. Thema werden aktuelle Veränderungen im Kfz-Geschäft sein. Als einer der ersten Versicherer in Vietnam haben wir einen Tarif eingeführt, bei dem die Versicherungsprämie von den individuellen Risikoparametern des Kunden abhängt. In Europa Standard, aber hier ein großer Schritt nach vorn. Da sich die Konditionen nicht für alle Kunden verbessert haben, ist es notwendig die Hintergründe und langfristigen Vorteile des Tarifs für Kunden, Vertrieb und Unternehmen zu erläutern. Dabei ist immer wieder überraschend, wie offen und direkt hier Probleme angesprochen werden.

 

Zyklische Zeitauffassung

 

Weniger überraschend hingegen ist, dass Termine und Verabredungen, insbesondere im privaten Bereich, nicht immer pünktlich eingehalten werden. Ein Grund hierfür ist wohl die zyklische Zeitauffassung in der asiatischen Kultur, die permanente Wiederkehr des Gleichen: Sonne, Mond, Jahreszeiten, Widergeburt. Wir sehen die Zeit als knappes Gut an, das optimal genutzt werden muss. Hingegen sind hier das Einhalten von Terminen und Pünktlichkeit nicht ganz so wichtig. Schließlich wiederholen sich alle Zyklen.

 

Kollegen sind Freunde

 

Um siebzehn Uhr ist Ende der offiziellen Arbeitszeit, dann leert sich langsam das Büro. Viele Kollegen gehen dann noch gemeinsam auf ein Bier oder zum Tennis. Für viele sind die Kollegen zugleich Freunde. Manche gehen gar mehrmals in der Woche gemeinsam aus oder sie treffen sich auch am Wochenende mit ihren Familien. Nachdem im Büro etwas Ruhe eingekehrt ist, bleibt noch Zeit, die im Tagesverlauf eingetroffenen E-Mails zu beantworten und ein paar Unterlagen für den nächsten Tag vorzubereiten. Gegen achtzehn Uhr schaltet sich dann die Klimaanlage ab. Zwar ist auf dem Breitengrad von Ho-Chi-Minh-Stadt ganzjährig dann die Sonne schon längst untergangenen, aber trotzdem erhöht sich ohne Klimaanlage die Temperatur im Büro von Minute zu Minute. Das heißt, sich beeilen. Egal ob Sommer oder Winter, die Temperaturen fallen am Tag nie unter 30 Grad.

 

Wenig Ruhe, keine Jahreszeiten

 

Abends und am Wochenende bietet Ho-Chi-Minh-Stadt viele Möglichkeiten zum Ausgehen. So kann man mit Freunden neben der guten vietnamesischen Küche auch Essen aus den meisten Regionen der Welt genießen. Leider dauert es aufgrund der permanent überlasteten Straßen sehr lange, der Hektik und dem Lärm der riesigen Stadt auf dem Landweg zu entkommen. Ein wenig Ruhe und auch die vier Jahreszeiten vermisse ich neben den Freunden und der Familie am meisten. Trotz dieser Einschränkungen ist es eine wunderbare Chance, sich beruflich weiterzuentwickeln und auch privat viel Neues zu erleben. So freue ich mich sehr auf die kommenden spannenden Aufgaben - aber natürlich auch auf die Rückkehr nach Düsseldorf.

 

Fakten-Kasten: ERGO in Vietnam

 

Mit 87 Millionen Einwohnern ist Vietnam eines der größten Länder in Südostasien. Die Bevölkerung ist sehr jung und das Durchschnittseinkommen ist mit etwa 1.500 US Dollar noch sehr niedrig. Andererseits gehört Vietnam zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt.

 

Der vietnamesische Versicherungsmarkt steht noch am Anfang. Durchschnittlich gibt jeder Vietnamese weniger als 15 US-Dollar pro Jahr für Versicherungen aus. Um an diesem Zukunftspotential möglichst frühzeitig teilzuhaben, hat die ERGO im Jahr 2011 eine Beteiligung an dem vietnamesischen Versicherer Global Insurance Company (GIC) erworben. GIC wurde 2006 gegründet und war im vergangenen Jahr mit einem Prämienvolumen von umgerechnet rund 25 Millionen Dollar bereits die Nummer 10 unter den 29 Schaden-Unfall-Versicherern Vietnams. GIC betreibt ein Netz von über 60 Niederlassungen und Vertriebsbüros.

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3 Kommentare

Hi Henry!

Schön, von Dir zu lesen - und zu sehen, dass es Dir offensichtlich gut geht.

Melde Dich gerne, wenn es Dich wieder ins Rheinland verschlägt (ich nehme an, das wird im November wieder der Falle sein).

Viele Grüße
Christian

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Lieber Henry,

toller Bericht, vielen Dank!

Weiterhin wünsche ich dir nur das Beste in Vietnam.
Evtl. sieht man sich wieder. :-)


Beste Grüße an alle Kollegen in HCMC
Nuri Yildiz

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Lieber Herr Schoenball,


vielen Dank für diese faszinierenden Schilderungen. Ich gehöre ja zu einer Generation, die sich noch gut an die Kriegsbilder der 60er und 70er Jahre erinnert. Aber auch an den Hit von Jimmy Cliff 1968: Vietnam! Und jetzt ist auch dort unsere ERGO! Fantastisch!


Alles Gute und viel Erfolg!


Viele Grüße nach Vietnam


Peter Mühlbauer

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