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4.11.2014

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Die Mauer ist offen? Ich konnte das nicht glauben!

Gerald Archangeli 1989 und heute

Am 09. November 2014 jährt sich der Fall der Berliner Mauer zum 25. Mal. Ich bin 1969 in Berlin geboren und aufgewachsen – im Westen der Stadt. Die Mauer war für uns als Kinder und Jugendliche normal, sie war schließlich immer da. Und im Grunde haben wir sie im Alltag kaum wahrgenommen.

 

Nur bei Reisen und Ausflügen nervte es, ewig am Transit zu stehen und stundenlang auf die Erledigung der Formalitäten zu warten. Ich erinnere mich, dass wir nur ein einziges Mal zügig passieren können. Da sind wir mit der Sportjugend aufgebrochen zum Skiurlaub, am 24. Dezember um 23 Uhr. Kein Mensch war um diese Zeit unterwegs, also gab es keine Schlange am Grenzübergang. Uns taten nur die Grenzbeamten Leid, die sich für uns den Heiligabend um die Ohren schlagen mussten.

 

März 1989: Eigene Agentur in Berlin

 

Nach der Schule habe ich eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann bei der Victoria absolviert. Und am 1. März 1989, nur wenige Monate vor dem Mauerfall, habe ich mich mit einer Agentur an der Nußbaumallee in Berlin selbstständig gemacht. Zu dieser Zeit hatte ich mein Büro noch in der privaten Wohnung. Heute befindet sich mein Büro in der Schlüterstraße, im Herzen Berlins unweit vom Kurfürstendamm.

 

Niemand schießt mehr!

 

Am 09. November 1989 war ich zunächst noch zu Hause. Ein Bekannter hatte mich angerufen. Er erzählte etwas davon, dass die Mauer offen sei und dass niemand mehr schießen würde. Ich konnte das gar nicht glauben und habe erst einmal das Radio angemacht. Und tatsächlich: Auch dort wurde berichtet, dass die ersten Leute über die Grenze gingen, ohne dass Schüsse fielen. Das wollte ich mit eigenen Augen sehen. Abends bin ich selbst zum Brandenburger Tor gelaufen. Dort war die Mauer immer schon etwas niedriger gewesen, damit die Touristen das Tor gut sehen konnten. Und jetzt standen auf dieser Mauer Menschen, total überrascht, aber immer noch sehr vorsichtig. Schließlich waren die Wachposten ja immer noch da und sie waren bewaffnet. Aber es stimmte, es wurde nicht geschossen.

 

Aufbruchstimmung nach dem Mauerfall

 

Die folgenden Wochen und Monate waren unglaublich. In der ersten Zeit hat natürlich niemand an Versicherungsvertrieb gedacht. In der DDR gab es ja nur die Staatliche Versicherung als einzigen Versicherer. Und wir hatten alle keine Ahnung, wie das Leben auf der anderen Seite der Mauer war. Irgendjemand sagte zu uns: „Besorgt uns doch mal ein Telefonbuch vom Osten, dann rufen wir die Leute einfach an.“ Aber es gab so gut wie keine Telefonbücher – die meisten Menschen hatten nicht einmal ein Telefon. Also haben wir an den Türen geklingelt und die Menschen vor Ort besucht.

 

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der Tag, an dem die Kfz-Haftpflichtversicherung der DDR nicht mehr galt. Wir haben uns auf den Marktplatz Lübben (Spreewald) gestellt und von 8 bis 20 Uhr ununterbrochen Kraftfahrtpolicen per Hand ausgestellt. So etwas wie damals habe ich danach nie wieder erlebt. 

 

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